Muss ich einen bestimmten Job machen wollen...
abgelegt unter: Arbeitswelt(en)... weil alle andere meinen, dass ich perfekt dafür geeignet wär?
Ich hab heute Mittag eine Ex-Kollegin getroffen und von ihr erfahren, dass mein ehemaliger Arbeitgeber wahrscheinlich demnächst noch mal für zwei verschiedene Projekte wieder Leute sucht. Je eine wissenschaftliche Kraft (100% Stelle) und je eine für die Sachbearbeitung (50%). Ob ich mich da bewerben würde, hat sie mich gefragt, denn natürlich hätte ich den großen Bonus, dass ich in den letzten Jahren in einem anderen Projekt schon die Sachbearbeitung übernommen hatte und mich eben auskenne und und und. Aber ich sollte mich doch diesmal gefälligst auf die WiMi Stelle bewerben, weil ich für die Sachbearbeitung total überqualifiziert war. Rein theoretisch stimmt das ja sogar.
Und nun stehe ich wieder mal vor dem Dilemma, das mich schon in diesen letzten drei Jahren umgetrieben hat. Ich WILL diese Jobs nicht machen. Ich will auch nicht in dieser Branche bleiben. Egal ob nun auf einer Stelle, die meinen Qualifikationen entspricht oder auf einer, für die ich total überqualifiziert bin. Ich wollte eigentlich damals nach dem Praktikum schon nicht dort bleiben, aber da ich nichts anderes gefunden hab, war ich dankbar, überhaupt eine Stelle zu kriegen. Und so nett es mit den Kollegen war und so interessant einiges war, was ich so mitbekommen habe, war es im Großen und Ganzen einfach nicht mein Ding. Es war für mich von Anfang an eine Verlegenheitslösung und ich hab mich immer mit dem Gedanken getröstet: "Wenn das hier vorbei ist, hast du wenigstens etwas Berufserfahrung und dann suchst du dir was, was du wirklich gerne machen willst".
Aber jetzt sitze ich schon wieder hier und weiß nicht weiter. Natürlich könnte ich den einfachen Weg gehen und wieder zu meinem Ex-Arbeitgeber zurückkehren, auf welche der beiden Stellen auch immer. Aber was bringt mir das? Ich habe dann weitere fünf Jahre Berufserfahrung in einer Branche, in der ich aber auf Dauer gar nicht bleiben will. Versperrt mir das nicht dann erst recht jegliche Chance woanders hinzuwechseln? Ich würde mich mich mal wieder gegen mein Bauchgefühl entscheiden und gegen meine Wünsche und Wunschvorstellungen, was meine berufliche Zukunft angeht.
Andererseits wäre es eine sichere gut bezahlte Stelle in einem Umfeld, das ich kenne und mit dem gut klar komme. Kann man das in so unsicheren Zeiten wie der heutigen einfach guten Gewissens ausschlagen? Oder ist das nicht total fahrlässig? Sollte ich nicht froh sein, dass ich so schnell wieder "in Lohn und Brot stehe"? Ich weiß schon jetzt, wer aus meinem engeren Umfeld genau dies zu mir sagen wird, mit so einem kritischen "Naja, wenn du es dir leisten kannst SO wählerisch zu sein" Unterton in der Stimme, der mich wieder total verunsichern wird. Ist es wirklich so naiv, zu glauben, dass der Job einen glücklich machen sollte? Oder zumindest nicht unglücklich?
Ich glaube, letzteres ist für mich das entscheidende Argument gegen diese Jobs. Und dass ich mir selbst gegenüber dann vermutlich permanent ein schlechtes Gewissen hätte, weil ich mich für diese einfachste Lösung des Problems entschieden habe und gar nicht groß versucht habe, meinen "Traumjob" zu finden.
Aber die Entscheidung ist so verdammt schwer. Nee, die Entscheidung ist eigentlich einfach, aber sie allen anderen gegenüber zu vertreten und mich nicht beirren zu lassen und mir mit meiner Entscheidung treu zu bleiben... DAS ist so verdammt schwer.
phonostar sendet 106!8 rock'n pop: Rock Me Amadeus - Falco
Ich hab heute Mittag eine Ex-Kollegin getroffen und von ihr erfahren, dass mein ehemaliger Arbeitgeber wahrscheinlich demnächst noch mal für zwei verschiedene Projekte wieder Leute sucht. Je eine wissenschaftliche Kraft (100% Stelle) und je eine für die Sachbearbeitung (50%). Ob ich mich da bewerben würde, hat sie mich gefragt, denn natürlich hätte ich den großen Bonus, dass ich in den letzten Jahren in einem anderen Projekt schon die Sachbearbeitung übernommen hatte und mich eben auskenne und und und. Aber ich sollte mich doch diesmal gefälligst auf die WiMi Stelle bewerben, weil ich für die Sachbearbeitung total überqualifiziert war. Rein theoretisch stimmt das ja sogar.
Und nun stehe ich wieder mal vor dem Dilemma, das mich schon in diesen letzten drei Jahren umgetrieben hat. Ich WILL diese Jobs nicht machen. Ich will auch nicht in dieser Branche bleiben. Egal ob nun auf einer Stelle, die meinen Qualifikationen entspricht oder auf einer, für die ich total überqualifiziert bin. Ich wollte eigentlich damals nach dem Praktikum schon nicht dort bleiben, aber da ich nichts anderes gefunden hab, war ich dankbar, überhaupt eine Stelle zu kriegen. Und so nett es mit den Kollegen war und so interessant einiges war, was ich so mitbekommen habe, war es im Großen und Ganzen einfach nicht mein Ding. Es war für mich von Anfang an eine Verlegenheitslösung und ich hab mich immer mit dem Gedanken getröstet: "Wenn das hier vorbei ist, hast du wenigstens etwas Berufserfahrung und dann suchst du dir was, was du wirklich gerne machen willst".
Aber jetzt sitze ich schon wieder hier und weiß nicht weiter. Natürlich könnte ich den einfachen Weg gehen und wieder zu meinem Ex-Arbeitgeber zurückkehren, auf welche der beiden Stellen auch immer. Aber was bringt mir das? Ich habe dann weitere fünf Jahre Berufserfahrung in einer Branche, in der ich aber auf Dauer gar nicht bleiben will. Versperrt mir das nicht dann erst recht jegliche Chance woanders hinzuwechseln? Ich würde mich mich mal wieder gegen mein Bauchgefühl entscheiden und gegen meine Wünsche und Wunschvorstellungen, was meine berufliche Zukunft angeht.
Andererseits wäre es eine sichere gut bezahlte Stelle in einem Umfeld, das ich kenne und mit dem gut klar komme. Kann man das in so unsicheren Zeiten wie der heutigen einfach guten Gewissens ausschlagen? Oder ist das nicht total fahrlässig? Sollte ich nicht froh sein, dass ich so schnell wieder "in Lohn und Brot stehe"? Ich weiß schon jetzt, wer aus meinem engeren Umfeld genau dies zu mir sagen wird, mit so einem kritischen "Naja, wenn du es dir leisten kannst SO wählerisch zu sein" Unterton in der Stimme, der mich wieder total verunsichern wird. Ist es wirklich so naiv, zu glauben, dass der Job einen glücklich machen sollte? Oder zumindest nicht unglücklich?
Ich glaube, letzteres ist für mich das entscheidende Argument gegen diese Jobs. Und dass ich mir selbst gegenüber dann vermutlich permanent ein schlechtes Gewissen hätte, weil ich mich für diese einfachste Lösung des Problems entschieden habe und gar nicht groß versucht habe, meinen "Traumjob" zu finden.
Aber die Entscheidung ist so verdammt schwer. Nee, die Entscheidung ist eigentlich einfach, aber sie allen anderen gegenüber zu vertreten und mich nicht beirren zu lassen und mir mit meiner Entscheidung treu zu bleiben... DAS ist so verdammt schwer.
phonostar sendet 106!8 rock'n pop: Rock Me Amadeus - Falco
Sa, 27.08.05, 18:48 Uhr
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