abgelegt unter: Sprachpanscher
An der Supermarkt-Kasse lag heute Nachmittag vor meinen Einkäufen auf dem Band eine Maxi-Packung Pedigree Hundefutter. MIt dem extra großen Aufdruck: mit fleischigen Pockets. Ich glaube, ich möchte lieber gar nicht so im Detail wissen, was DAS nun genau sein soll. Und welches kranke Werber-Hirn denkt sich überhaupt so eine Formulierung aus... ?!?!
Di, 18.10.05, 20:15 Uhr
abgelegt unter: Mein Leben & ich
Für mich der Satz des Tages:
"... aber du weißt doch wie ein Krantransport aussieht!"
Nöö. Aber die Selbstverständlichkeit mit der Bruder#3 dieses Wissen heute Abend bei mir vorausgesetzt hat, war einfach zu witzig.
Di, 18.10.05, 20:07 Uhr
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abgelegt unter: Mein Leben & ich
Ich hab mich von einer meiner GRÜNEN Mitstreiterinnen dazu breitschlagen lassen, jetzt wo ich so viel freie Zeit habe (*grummel*) im Weltladen in unserem Örtchen als ehrenamtliche Mitarbeiterin auszuhelfen. Von selbst wäre ich zwar nicht auf die Idee gekommen, weil Eine Welt, Fairer Handel etc. nun nicht so die Themen sind, die mich so sehr interessieren, dass ich mich dort unbedingt engagieren müsste. Es sind wichtige Themen, keine Frage, aber man kann und sollte aber nun nicht unbedingt auf allen Hochzeiten tanzen. Aber wie gesagt, ich hab ja nun Zeit und da ist es schon ganz sinnvoll mal was sinnvolles mit dieser Zeit anzufangen. Im Moment schlage ich die sowiseo töter als mir lieb ist. Ja, ich weiß „tot“ ist nicht steigerungsfähig, aber in diesem Zusammenhang...
Im Moment hab ich mal wieder das Gefühl dass mein Leben so ... ich weiß gar nicht wie ich es erklären soll. Ich tappere so im den Nebel was meine Jobsuche angeht und der Nebel wird immer dichter und ich weiß gar nicht ob ich den richtigen Wegweisern folge. Oder ob das überhaupt Wegweiser sind. Aber das kommt halt davon, wenn man sich ohne Karte in den Nebel aufmacht. Wobei ich diesen Weg ja nicht freiwillig eingeschlagen habe. Und ich bin schon wieder so versucht, mich einfach irgendwo hinzusetzen und zu warten bis der Nebel sich lichtet. Oder jemand mit einer Lampe UND eine Karte vorbeikommt und mich an die Hand nimmt. Aber bis das passiert, wäre ich vermutlich eh schon längst erfroren oder verhungert. Da muss ich wohl schon selbst rausfinden... nur wie ?!?!? Ok, genug der Metaphern, aber heute ist mal wieder so ein Tag wo ich nur denke... NEE, so macht das Leben irgendwie keinen Spaß! Und dabei hab ich jetzt die finanzielle Seite des Ganzen noch gar nicht erwähnt. Ich bin inzwischen schon so weit, dass ich (freiwillig! Und das will bei mir was heißen!) meine Mutter frage, ob ich zum Essen kommen oder bleiben darf. Wobei meine Mutter sich über jedes Kind freut, dass noch (mal) zum Essen kommt, also ich bräuchte da noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben. Ich hab’s eher vor mir selbst. Irgendwie find ich es ein bisschen erbärmlich.
Im Moment sitze ich hier also auch vorm PC von Bruder #3, der sich bei der Arbeit nämlich verspätet und ich eben auf ihn warte mit dem Essen. Und eigentlich wollte ich ja vom Weltladen erzählen. Ich hab also heute Mittag zum 2. Mal alleine eine Schicht übernommen (eine Schichte dauert immer 3 Stunden) und hatte mich schon auf einen netten, gemütlichen Nachmittag in dem kleinen und vollgestellten Ladenlokal gefreut. Mit einem guten Buch dabei, denn viel Kundschaft hat man eigentlich nie.
Nun hat sich der Weltladen aber bereit erklärt für ein Projekt der AWO „Arbeitsgelegenheiten“ für jugendliche Arbeitslose, junge Aussiedler etc bereitzustellen, um diese in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der erste junge Mann, der immer montags/dienstags im Laden arbeiten (oder besser gesagt beschäftigt / betreut / angelernt werden) sollte, hatte nach 2 Wochen die Brocken hingeschmissen. Diese Woche war nun eine neue Kandidatin da, eine 20jährige, die vor zwei Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam. Da ich nun über Fairen Handel und all das auch nicht so viel weiß und mich auch im Laden viel zu wenig auskenne, konnte ich ihr also weder was erzählen, noch sie mit „Schubladen aufräumen“ oder so was beschäftigen. Mal davon abgesehen, dass sie wohl gestern und heute morgen schon alles Mögliche ein-, aus- umgeräumt und geputzt hatte.
Also saßen wir da. Sie verstand zwar wohl alles was ich zu ihr sagte, aber ihre Antworten begrenzten sich im Großen und Ganzen auf „Ja“. „Nein.“ „Weiß nicht.“ Die ein oder andere Antwort in einem ganzen vollständigen Satz hat sie zwar auch von sich gegeben, aber mir gingen nach einer guten Stunde die Smalltalk-Themen aus. Was soll man auch reden, wenn man jede Frage nur mit Ja oder Nein beantwortet bekommt. Ich hab’s aufgegeben. Und dann saßen wir also noch zwei Stunden schweigend gemeinsam in dem Laden. Ich konnte schließlich schlecht mein Buch auspacken und neben ihr lesen, also so dreist bin ich dann doch nicht, aber... geärgert hat es mich doch.
Und es wäre vermutlich alles gar nicht so schlimm gewesen, wenn sich in den drei Stunden mehr als drei Kunden in den Laden verirrt hätten. Von denen zwei nur mal kurz schauen wollten und nur einer was gekauft hat. Eine Packung Tee. 4,50€ Umsatz in drei Stunden. Und eine stumme Kasachin neben mir. Es war zum Heulen. Die drei längsten Stunden meines Lebens. Zumindest schien es mir so. Aber das passte somit irgendwie sehr gut zu meiner frustrierten nebeligen Grund-Stimmung.
So, jetzt höre ich schon wie mein Bruder unten zur Tür reinkommt (Timing) und dann hoffe ich, das mir heute Abend irgendwas Nettes einfällt, mit dem ich mich selbst ein bisschen aufmuntere. Und für heute weitere demotivierende "ohne Job" Gedanken unterdrücke.
Di, 18.10.05, 18:43 Uhr
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abgelegt unter: Aufgeschnappt
Für mich das Zitat des Tages.
Senta Berger sagte gerade bei "Beckmann" im Zusammenhang mit den bisherigen Freundinnen ihres Sohn Simon, dass ihr eigentlich alle Mädchen recht waren, die er mitgebracht hat, es da aber natürlich auch unterschiedliche
"Schattierungen der Zuneigung" gegeben habe. Simon fand die Formulierung in dem Moment und dem Zusammenhang wohl genauso klasse wie ich :-)
Das Interview mit Senta Berger, ihrem Mann Michael Verhoeven und dem Sohn Simon Verhoeven über Familie, Beruf und alles mögliche Andere fande ich - für Beckmannsche Verhältnisse - richtig gut. Was aber weniger an Beckmann lag, der auch hier wieder bewusst nur als Stichwortgeber fungierte. Aber immerhin kannte ich die Familien-Geschichten und -Anekdoten der Familie Verhoeven eben noch gar nicht. Und sie haben sie einfach sehr witzig erzählt. Und sehr liebevoll. Und aber auch sehr ernsthaft von einigen kritischem Momenten in ihrem Leben. Beeindruckend.
Highlight war einfach die Geschichte, wie Senta Berger in Abwesenheit ihres Sohnes seine ganze Wohnung auf Vordermann bringt, was ihm bei seiner Rückkehr gar nicht gefallen hat. Mütter eben! Da sind prominente und erfolgreiche Schauspielerinnen eben keinen Deut anders als andere. Hätte auch fast eine Geschichte aus meinem Familienleben sein können...
Di, 18.10.05, 00:16 Uhr
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