…dann kann er was erzählen. Auch wenn es nur eine Fahrt ins ca. 70km entfernte Köln ist. Wenn man diese Fahrt am gestrigen Tag mit der Deutschen Bahn absolviert hat! Wobei ich jetzt nicht auf die Deutsche Bahn schimpfen möchte, auch wenn ich es im Laufe des Tages und vor allem Abends diverse Mal getan habe. Aber da wußte ich auch noch nichts von dem wetterbedingten Chaos mit umgestürzten Bäumen und gekappten Strommasten etc., sondern da dachte ich - gerade morgens noch - noch, dass die Bahn einfach nicht auf den Wintereinbruch eingerichtet gewesen sei. Ende November ist damit ja auch im seltensten Fall zu rechnen, schimpfte ich also vor mich hin. Aber wenn ich
diese Meldung in der Netzeitung lese, ging's mir ja noch richtig gut :-)
Um ca. 10.45 Uhr stand ich an meinem Bahnhof um den Zug nach Köln zu nehmen. Es kam die Ansage: Der Zug nach Köln hat auf unbestimmte Zeit Verspätung. Ging ja schon gut los. Ich hab dann den nächstmöglichen Zug nach Wuppertal genommen und wollte von dort schauen, wie ich weiter komme, denn von dort fährt eben einiges mehr und auch IC/EC/ICE, für die ich dann halt einen Aufpreis bezahlt hätte.
Ich hatte auch kurz überlegt ohne Aufpreis eine andere Regionalbahn zu nehmen, aber die braucht für die Strecke einfach elendig lang und hatte außerdem auch schon Verspätung. Ohne lange zu fackeln hab ich bei der Einfahrt des nächsten ECs dann die Schaffnerin gefragt, ob ich den Zuschlag bei ihr nachlösen könnte. (Hätte ich gekonnt) oder ob die Durchsage stimmt, die irgendwann während der Wartezeit zu hören war, das man den Zug auch ohne Zuschlag bis Köln benutzen dürfte. Das wusste sie nicht, sie wollte sich aber erkundigen und ich durfte also auf jeden Fall erst mal einsteigen. Sie kam dann auch nie wieder zu mir ;-) Egal, so oder so war ich dann eben nur mit leichter Verspätung in Köln angelangt.
Als meine Freundin dann abends zum Eishockey Spiel dann auch mit dem Zug angereist ist, gab es das gleiche Spiel: 20 Minuten Verspätung an unserem Bahnhof, sie ist dann nach Wuppertal und hat zuschlagsfrei den ICE benutzt. Kam aber dennoch fast 40 Minuten später an als geplant. Da schwante uns für die Rückfahrt schon Einiges. Und es kam sogar noch schlimmer:
Der Zug sollte um 22.25 Uhr in Köln-Deutz abfahren. Ansage: Witterungsbedingte Verspätung 20 Minuten. Das waren wir an dem Tag ja gewöhnt. Der Zug fuhr also um 22.45 Uhr ab und fuhr gute 20 Minuten (oder so) bis Solingen-Ohligs. Da hieß es dann "wegen eines umgestürzten Baums auf den Gleisen auf der Strecke nach Wuppertal verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit". Da kommt Freude auf. Nachts um 23.15 Uhr steppt in Solingen-Ohligs nämlich der Bär. Und überhaupt: sollte man mal kurz aussteigen? Sitzenbleiben? Versuchen auf anderem Weg nach Hause zu kommen? Mein Vorschlag, eventuell mit der S-Bahn von Solingen nach Düsseldorf zu fahren und von dort dann mit der S-Bahn oder einem anderen Zug nach Wuppertal wurde von der gesammelten Eishockey - Reise - Begleitung (alle meine drei Brüder, meine Freundin und weitere "Eishockey-Freunden") mit einem "Boah, das ist doch voll der Umweg" abgeschmettert.
Nach einer Weile kam dann die Durchsage, dass unser Zug jetzt über Düsseldorf nach Wuppertal umgeleitet würde (so viel zum Thema "Umweg"!!) und das dies dann noch mal 30 Minuten länger dauern würde.
Fazit: Dank Verspätung, Wartezeit und Umleitung waren wir mit 80 Minuten Verspätung an dem Bahnhof angekommen an dem meine Brüder das Auto abends geparkt hatten. In der Zwischenzeit gab's dort - also hier *g* - aber gut 10 cm Schnee, was die Rückfahrt dann auch etwas verzögert hat. Die Straßen waren zwar gott sei Dank frei (von liegengeblieben Autos oder so), aber ich fahre extrem ungern bei so einem Wetter und auf so einem Schnee-Belag. Es ging aber doch ganz gut, sogar am Ende bei uns den Berg rauf und in die Einfahrt. Allerdings hab ich doch innerlich drei Kreuze gemacht, als ich das Auto heil in der Garage hatte.
Und dass ich für die paar Hundert Meter zu Fuß nach Hause dann allerdings doppelt so lange gebraucht hab wie sonst lag vor allem daran, dass ich mich als Fußgänger eben auch durch diese 10-15cm Schneeberge kämpfen musste. Und natürlich auch am dem Gegenwind, der mir die fiesen kleinen Schneeflocken ins Gesicht und den Kragen pustete, an dem mir nämlich morgens - in der Hektik - noch der oberste Knopf abgegangen ist. Ich war also gut zwei Stunden später zu Hause als ich es normalerweise nach so einem Eishockeyspiel bin. Aber immerhin war ich zu Hause und in keiner Notunterkunft oder einen ICE der auf freier Strecke stehengeblieben ist :-)