Das zweites Buch, das ich aus der
Brigitte Edition gekauft habe und auch dieses Buch hab ich sehr gerne gelesen. Ich fande es einfach wahnsinnig faszinierend, wie anschaulich Hinton ein Jahr im Leben eines kleinen Singvogels, der Heckenbraunelle, schildert. Aus Sicht dieses Vogels und somit eben aus gänzlich unbekannter Perspektive. Wirklich klasse. Man erlebt es irgendwie alles mit, man freut sich und man leidet und ist somit irgendwie Teil dieser Geschichte und Teil der Natur. Ich hätte vorher nie gedacht, dass so eine Perspektive funktioniert, aber in diesem Fall funktioniert sie ganz vorzüglich. Sehr lesenswert!
So beginnt die Geschichte los...
Der bitterkalte Winter setzte in der dritten Januarwoche ein. Bis dahin war der erste Winter der Heckenbraunelle relativ angenehm verlaufen. Der lange, goldene Herbst hatte beinahe bis Ende November gedauert. Einige scharfe Nachtfröste hatten wohl die Insekten etwas dezimiert, aber während der strahlenden Sonnentage hatte sie reichlich Samen gefunde. Es folgte ein ungewöhnlich milder und nicht allzu feuchter Dezember, der einige Insekten wieder hervorlockte, und sie konnte sich satt fressen. Zu Jahresbeginn war sie rund und kräftig. Dann hatte Ostwand eingesetzt, und die Temperatur war unter den Nullpunkt gesunken.
...und so beginnt Seite 98.
[...efeuüber]wucherte Stamm eines Haselnussstrauches baute. Er besaß eigentlich zwei Nester, so dass seine zukünftige Gefährtin zwischen ihnen wählen konnte. Das zweite befand sich am anderen Ende der Brücke bei Little Ashden. Weil der Zaunkönig ein so großes Revier verteidigen musste, war er sehr aufgeregt, wenn sich andere Vögel näherten. Immer wenn die Braunellen auf Nahrungssuche um die Ecke hüpften, empfing er sie mit schwirrendem Geflatter und durchdringendem Warngeschrei.