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11
Dez
2005

Tops & Flops Anfang Dezember 2005 (01.12.05 - 10.12.05)

abgelegt unter: Tops & Flops

Top
  • das Wochenende in Köln

  • ein entspanntes und erfolgreiches vorweihnachtliches Klamotten kaufen gehen

  • das schöne Gefühl, dass der neue Job nun erst mal genau der richtige für mich ist

  • dass mein Sitzball endlich wieder anständig aufgepumpt ist
Flop
  • dass es in Deutschland noch immer kein Rauchverbot (in Cafes, Kneipen, Bars) gibt. Verrauchte Klamotten sind einfach eklig!

  • dass ich beim Einkaufen im "dm" wohl nicht nur das KVB Gruppenticket sondern auch 10 € verloren hab. Zumindest fehlen mir die in meiner Abrechnung des Wochenendes!

  • dass LOST in den USA jetzt erst mal vier Wochen Pause macht!

  • dass meine ersten Bet & Win Tipps alle dermaßen daneben gegangen sind. Aber süchtig machen kann das schon...

Wunderbare Artikel in der ZEIT (50/2005)

abgelegt unter: Mediales

Ich hatte schon vor längerer Zeit mein ZEIT Abo mal gekündigt, weil ich dachte, dass ich doch viel spare, wenn ich die Artikel, die fast alle auch online zu lesen sind, eben nur online lese. Aber Zeitung Lesen am PC ist einfach nicht das Wahre, hab ich schnell gemerkt und die ZEIT geriet ein bisschen in Vergessenheit.
Jetzt kann und will ich sie mir dank neuen Jobs endlich wieder leisten und schon nach zwei Wochen Print-Lese-Vergnügen weiß ich wieder ganz genau warum ich sie so gerne lese. Wegen der ausgewogenen Mischung von Themen und vor allem weil ich viele Autoren und Texte einfach wirklich gut finde. In dieser Woche zum Beispiel das Dossier mit einer Geschichte über einen Krebskranken, der sich entschieden hat mit Hilfe von Dignitas in der Schweiz seinem Leiden ein Ende zu machen. Der Text hat mich einfach sehr berührt, in der Schilderung seines Leidens, aber auch in der Schilderung wie schwer es seiner Familie fällt mit dieser Entscheidung umzugehen.

Aus dem Dossier "Ich will nur fröhliche Musik" (ZEIT, 50/2005)

[....] Rückfahrt zum Elternhaus, vorbei an der alten Schule, am geschlossenen Kramerladen, am Dorfwirt, am fichtenumwachsenen Feldkreuz des Nachbarbauern. Es ist wie eine Fahrt in der Zeitmaschine, meint Urban, das da draußen gibt es alles nicht mehr. Wenn er jetzt einen Wunsch frei hätte! Er sieht sich im Biergarten unter rosa blühenden Kastanien sitzen, eine Radlermass trinken und eine Semmel mit Leberkäse verspeisen. Einmal noch normal essen, einmal noch schmecken, Leberkäse. Und eine Essiggurke dazu. [....]
Wieder ein grauer, trübseliger Tag, der Nebel ist zur Mittagsstunde noch nicht gewichen. Urban, die Mutter und der Bruder stehen auf dem neuen Friedhof, sie müssen eine Grabstelle auswählen. Eigentlich will Urban, dass seine Asche ins Meer gestreut wird oder in den Zürichsee. Aber das wäre unerträglich für die Mutter, die Urban inzwischen über sein Vorhaben aufgeklärt hat. Es ist schwer genug für sie, dass sie ihr zweites Kind widerstandslos in die Hände des Todes legen soll und dass es schon bald hier ganz allein ruhen wird. Willst du dich nicht doch lieber zu Vater legen? Fragt die Mutter. Sie gehen hinunter zum Familiengrab direkt an der Südpforte der Pfarrkirche. Urban schaut durch den marmornen Grabstein hindurch und murmelt: Ja, ich lege mich neben Pa.
Aber das ist nicht so ohne weiteres möglich. Denn im aufgelassenen Gottesacker darf keiner mehr beigesetzt werden, er sinkt ab und ist überfüllt, deshalb hat man einen neuen angelegt. Ob es noch Ausnahmen gibt? Der Bruder verhandelt im Rathaus. Wann? Wie? Um wen handelt es sich denn da? Der Gemeindesekretär fährt alle Antennen aus. Wie soll ich das erklären, grübelt der Bruder, und er hört schon die boshafen Gerüchte brodeln, das übel wollende Volksraunen in einem erzkatholischen Sprengel. Aber seine Familie hat beschlossen, das Tabu zu brechen und offen zu reden. Urban bekommt den Liegeplatz neben seinem Vater. Weil er keine eigene Familie hat. Nach ihm darf niemand mehr ins Familiengrab. Außer der Mutter. [....]

Der Artikel über die Frage ob jetzt die Grenzen zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen fallen, hat mir auch sehr gut gefallen, der ist aber leider nicht online. Schön war aber die Bemerkung zum Schluss, dass zwar nur 8% der Bevölkerung privat versichert sind, aber 2/3 der Bundestagsabgeordneten, die aufgrund ihre vorherigen Beschäftigung im öffentlichen Dienst oder Beamte oft (zwangsweise) privat versichert waren, aber als Abgeordnete sehr wohl ihre Kasse frei wählen könnten, sich aber trotzdem nicht für die gesetzliche entscheiden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, oder?

Und ein paar interessante Artikel aus dem Politik Teil sind auch nicht online. Es war und ist also schon die richtige Entscheidung die Print-Ausgabe wieder regelmäßig zu kaufen, denke ich mal.