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1
Jan
2006

Gelesen: Lycidas (Christoph Marzi, 2004)

abgelegt unter: Mediales

Ich hatte diese Geschichte über Londons unterirdische Metropole vor gut acht Monaten zum ersten Mal gelesen und mir hat sie damals schon sehr gut gefallen. Als ich jetzt die Fortsetzung bestellt hatte, hab ich aber gemerkt, dass ich mich schon gar nicht mehr so ganz genau an die komplizierte und detailreiche Handlung erinnere und hab es also erst noch mal direkt gelesen. Und fand’s wieder klasse, spannend und mit viel leisem Humor geschrieben. Allerdings hat es mich auch dieses Mal etwas gestört, dass nicht chronologisch erzählt wird und vor allem, dass der Ich-Erzähler doch allwissend ist, was eigentlich nicht sein kann. Davon abgesehen eine klasse Geschichte, wenn man in der Lage ist, sich auf sehr abgedrehte Fantasy Welten einzulassen. Aber dann war gerade die Kombination von Fantasy Welt und realer Welt faszinierend. Und wie gesagt, auch sehr humorvoll.
So beginnt die Geschichte...

Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren. Emily Laing erfuhr dies, bevor ihre Zeit gekommen war. Als sie meinen Weg kreuzte, flüchtete sie vor denen, die ihr eine Zukunft versprochen hatten, jenen, die täuschen und lügen und betrügen und dafür sorgen, dass das Lächeln in Kindergesichtern traurig und unecht wirkt.
... und so beginnt Seite 98.

Die Steine, und das sollte unbedingt Erwähnung finden, erwählten Emily Laing, noch bevor wir Knightsbridge erreicht hatten und es zu den unglückseligen Ereignissen kam, die ungeschehen zu machen nun nicht mehr möglich ist. Vielleicht war aber auch Emily diejenige gewesen, die eine Wahl getroffen hatte.

Meine beste "Sensation" bisher

abgelegt unter: Mein Leben & ich

Mal sehen, wie lange diese "Sucht" anhält :-) Immerhin hab ich gestern mal wieder auf die Titelseite geschafft und das mit einer Meldung, die zum ersten mal mit einer 1 vor dem Komma bewertet wurde. Das Jahr geht ja schon gut los *freu*

Und ich bin dort sogar schon "Hospitant"... die Karriere passiert dort wohl immer in 10er Schritten.

"Viel Spaß dabei" - schöner Artikel in der ZEIT

abgelegt unter: Politik & Gesellschaft

In der aktuellen Zeit ist mal wieder ein sehr lesenswerter Artikel, und diesmal sogar online zu lesen

"Viel Spaß dabei"
(Susanne Gaschke in "DIE ZEIT", Nr.1, 29.Dezember 2005)

Untertitel:
Seitdem Angela Merkel ihren Dienst im Kanzleramt angetreten hat, herrscht im Land eine neue Ernsthaftigkeit. Muss das sein?

In dem Artikel geht es unter anderem darum, dass viele von denen, die jahrelang Deutschland (unter rot-grüner Regierung) schlecht geredet haben, nun eine genau gegenteilige Kampagne fahren:

[....] Es ist kein Wunder, dass vor diesem dunkelgrauen Stimmungshintergrund das unernsteste, geschmackloseste Produkt der Krisenbesoffenheit bei praktisch niemandem, den man fragt, gut ankommt: die kindergartenhafte Du-bist-Deutschland-Kampagne, in der die Gewinner der Wissensgesellschaft den Verlierern begütigend mitteilen, manchmal müsse man sich einfach nur ein bisschen mehr anstrengen. Als Tiefpunkt im D-b-D-Fernsehspot wird von vielen das Kind empfunden, das auf die Kamera zurennt und quengelt: "Geh runter von der Bremse!" Wäre es ein Monty-Python-Film, würde das Kind (dessen kleine Darstellerin für den Text selbstverständlich überhaupt nichts kann) in der nächsten Szene von einem Porsche Cayenne überfahren werden, in dem Deutsche-Bank-Manager sitzen. [....]
Und auch einige andere – zur Zeit sehr beliebte - Trend-Worte werden etwas genauer beleuchtet und mögliche bzw. schon vorhandene Folgen thematisiert:

[....] Doch dann setzte sich ein schärferer, kälterer Ton durch, dem die solidarische Wärme als miefig galt: "Leistung" und "Eigenverantwortung" wurden über Nacht zu Leitbegriffen. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Doch "Leistung" und "Eigenverantwortung" haben eine Bedeutungskehrseite. Wer nichts oder nicht genug leistet, ist auch weniger wert als die anderen. Wer nicht allein zurechtkommt, dem wird nicht Pech, sondern oft Schmarotzertum unterstellt. Und wer es zum "Leistungsträger" geschafft hat, darf protzen. Die "Popper", Teenager, die plötzlich nicht mehr anders aussehen wollten als ihre Eltern, sondern Freude daran hatten, sich über jene Mitschüler zu erheben, die weder Lacoste- noch Benetton-Pullover trugen, waren die Boten dieser Veränderung.
Wie ist über die deutsche Gleichmacherei, den deutschen Egalitarismus gehöhnt worden! Heute haben wir erste Gelegenheiten, eine Gesellschaft zu besichtigen, die sich ausdifferenziert hat, und plötzlich erscheint (mit einem nervösen Seitenblick auf die Unruhen in Frankreich) der alte egalitäre Konsens als ganz attraktive Idee. Denn dieser Konsens führt ja nicht nur dazu, dass sich die "Unteren" weniger schlecht fühlen – er sorgt auch dafür, dass sie den "Oberen" ihr Glück nicht allzu übel nehmen. Diese Toleranz für Besserverdienende ist allerdings vor allem durch die Protzexzesse der New-Economy-Jahre auf eine harte Probe gestellt worden. Wenn die, die genug Geld haben, sich generell keine demonstrative Bescheidenheit mehr auferlegen, werden diejenigen, die zu wenig Geld haben, irgendwann ihr Missfallen zum Ausdruck bringen. Das ist dann ein Affekt, der sich ausnahmsweise nicht, wie sonst gern in Deutschland, gegen Staat, Obrigkeit und Politik richtet – sondern gegen den Mitbürger. [....]

Darüber sollten manche Leute in diesem Land vielleicht noch mal eine Runde nachdenken.

Last.fm spielt gerade für mich: Hey Montana - Eve 6

Tops & Flops Ende Dezember 2005 (21.12.05 - 31.12.05)

abgelegt unter: Tops & Flops

Top
  • Ruhige, entspannte, sorglose Weihnachtsfeiertage

  • Spiele-Abend mit guten Freunden

  • die DVD Lieferung aus Lippstadt

  • "Sensation!" Geniales Spiel mit hohem Suchtfaktor

  • Silvesterparty "für lau" – dafür war's dann schon ziemlich klasse

Flop
  • das Programmkino in unserer Stadt musste zum Jahresende schließen

  • eine ganz ganz GANZ "verunglückte" Geschenk-Idee

  • eine Mail mit falschem Absender

  • diese unterirdischen "100 beste/nervigste Songs/Momente etc" Sendungen auf diversen Sendern zum Jahresende

Last.fm spielt gerade: Don't Think of Me - Dido

Frohes neues Jahr!

abgelegt unter: Mein Leben & ich

So, dann kann ich diesen "Programmpunkt" für dieses Jahr (also letztes Jahr) auch abhaken. Ich war nun doch auf der Silvesterparty (dank Meditonsin! *g*) und es war eigentlich auch ganz nett. Es war eine Privatparty des neuen Wirts (ab 1.1.) in einer der wirklich netten Kneipen hier im Ort. Bruder #2 und #3 kennen diesen Menschen schon lange und wurden deswegen eingeladen und mich durften sie also auch mitbringen ;-)
Ich war ihnen eh schon dankbar, dass sie mich gefragt haben, ob ich mit will, weil ich sonst gar keine tollen Alternativen gewusst hätte hier in der Gegend. Und bei dem Wetter wäre ich ungern mit dem Auto irgendwo hingefahren. Oder mit der Bahn.

So wurde es also ein netter Kneipen-Abend mit Selbstbedienung (an allem was rumsteht) hinterm Tresen. War vielleicht ein Fehler für mich. Wobei ich gar nicht soooooo viel getrunken hab oder nicht so vieles durcheinander. Eigentlich nur Nicht-Alkoholisches, Bier / Alster und Baileys. Und den Sekt natürlich um Mitternacht. Und dann noch – und DAS war vermutlich der Fehler – den Sekt, den die anderen eben nicht angerührt haben. Aber um ihn wegzuschütten wär's doch wirklich zu schade gewesen, oder *g*? Ein bisschen merke ich es heute noch, was schon ok ist, aber jedes Wochenende muss ich so einen Alkoholpegel wirklich nicht haben. Mein Gott, ich werde echt alt und spießig, fürchte ich.

Einziges Manko war der DJ bzw. der Mensch, der sich dazu berufen fühlte. Die Musik-Auswahl war gar nicht das Allerschlimmste (auch wenn ich eine extreme Abneigung gegen Disco-Versionen der guten alten Klassiker habe), sondern, dass er bei jedem Lied die Lautstärke neu geregelt hat und es immer irgendwie lauter wurde. Die Boxen gaben einen extrem blechernen Sound von sich, der um so schlimmer wurde, je lauter der DJ aufdrehte. Im Schnitt jedes dritte Lied hat er nach drei Tönen abgewürgt und ein anderes gespielt. Weiß der Geier warum. So oft hat mich die Tanzfläche dann also gar nicht gesehen.
Dass ich bei "Durch den Monsun" allerdings zum Tanzen gestürmt bin, entschuldige ich mit dem Mangel an MusikAlternativen und vor allem dem zu diesem Zeitpunkt schon extrem hohen Alkolhol-Pegel. Seit gestern Abend weiß ich auch, wie hoch der Pegel bei Bruder #2 sein muss, damit der sich mal auf die (und auf der) Tanzfläche bewegt. SEHR hoch ;-)
Auf dem Weg zu Fuß nach Hause war ich dann erstaunt, an wie vielen Partys in Kneipen und halb-öffentlichen Lokaliäten ich dann vorbeigekommen bin. Wurde hier immer schon so viel gefeiert an Silvester? Bei diesen Überlegungen hab ich dann gemerkt, dass ich schon seit mindestens fünf Jahren nicht mehr hier am Ort gefeiert hab. 2004 war ich in Köln, 2003 in Hamburg, 2002 in Dortmund, 2001 in Köln, 2000 in Köln, an die Partys davor erinnere ich mich auch schon gar nicht mehr. 1998 war ich auch schon mal in Köln, das weiß ich noch, aber sonst...:-)

Als Spruch des Abends übrigens ungeschlagen: "In einer halben Stunde wird die Musik besser!" In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr!

Last.fm spielt gerade: Down - Lit
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