Gelesen: Der Traumhüter (Ronald Reng, 2002)
abgelegt unter: MedialesPassend zur WM eine Fußballer Biografie. Allerdings eine der ungewöhnlichen Art. Ein Sportjournalist - und zum Teil der Fußballer selbst – erzählt sehr unterhaltsam die Geschichte eines Kölner Torhüters, der über den Umweg einer Kreisliga Mannschaft und der Reserve-Mannschaft von Bayer Leverkusen 1997 auf einmal den Sprung in die englische Premier League schafft. Und nur knapp zwei Jahre später ohne Vertrag in der deutschen Arbeitslosigkeit landet.
Ein wunderbares Buch über das wahrgewordenes Märchen und den scheinbaren Absturz zurück in die "Realität". Es ist mit viel Respekt und Sympathie für Lars Leese, den besagten Torhüter, und alle Beteiligten geschrieben. Es zeigt die vielen vielen Schattenseiten des Traumberufs Profi-Fußballer, aber auch wie ein Mensch doch ganz gut damit und auch mit dem "Absturz" zurecht kommt, wenn man der Realität einfach auch so verhaftet bleibt, wie Lars Leese es auf sehr sympathische Art immer geblieben ist.
Besonders gut gefallen haben mir immer wieder die Schilderungen der so typischen Momente im Sport, bei den Fans, mit den Medien und und und. Und absolutes Gänsehaut-Feeling war die Schilderung des Spiels in Liverpool. Aber vielleicht kann man das nur so nachempfinden, wenn man selbst auch Fan eines Fußball oder Eishockey oder sonst einer Mannschaft ist. Irre!
So beginnt die Geschichte...
18.661 Zuschauer im ausverkauften Oakwell-Stadion in Barnsley warteten darauf, dass es endlich weiterging. Dass Lars Leese endlich seine Schuhe zubekam.
Zum vierten Mal setzte er draußen auf der Ersatzbank nun schon an, zog die Schnürsenkel fest, machte einen Knoten, wickelte die langen Enden einmal um den ganzen Schuh herum und unter der Sohle hindurch, wie das Fußballprofis schon immer, ohne erkennbaren Grund, machen. Dann noch einen Knoten und die Schleife. Daran scheiterten seine zittrigen Hände schon wieder. "Hey, hey! Nimm dir verdammt noch mal Zeit. Ohne dich werden sie schon nicht weiterspielen", rief Danny Wilson, der junge Trainer des FC Barnsley, seinem Ersatztorwart zu. Er wollte beruhigend klingen. Er klang angespannt.
... und so beginnt Seite 98.
[.... als er nach] Middlesbrough reiste. Wenn er die Chance bekäme, würde er nach England wechseln. Es war nicht abzusehen, ob er in Leverkusen viel weiter kommen würde, vielleicht könnte er sich vor Vollborn drängeln, aber an Heinen, der nach eine exzellenten Saison als kommender Nationaltorhüter gehandelt wurde, war kein Vorbeikommen. Daniela hatte ihm gesagt, sie würde überallhin mitgehen.
Als Nächstes lese ich "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" (Francois Lelord, 2002)
Ein wunderbares Buch über das wahrgewordenes Märchen und den scheinbaren Absturz zurück in die "Realität". Es ist mit viel Respekt und Sympathie für Lars Leese, den besagten Torhüter, und alle Beteiligten geschrieben. Es zeigt die vielen vielen Schattenseiten des Traumberufs Profi-Fußballer, aber auch wie ein Mensch doch ganz gut damit und auch mit dem "Absturz" zurecht kommt, wenn man der Realität einfach auch so verhaftet bleibt, wie Lars Leese es auf sehr sympathische Art immer geblieben ist.
Besonders gut gefallen haben mir immer wieder die Schilderungen der so typischen Momente im Sport, bei den Fans, mit den Medien und und und. Und absolutes Gänsehaut-Feeling war die Schilderung des Spiels in Liverpool. Aber vielleicht kann man das nur so nachempfinden, wenn man selbst auch Fan eines Fußball oder Eishockey oder sonst einer Mannschaft ist. Irre!
So beginnt die Geschichte...
18.661 Zuschauer im ausverkauften Oakwell-Stadion in Barnsley warteten darauf, dass es endlich weiterging. Dass Lars Leese endlich seine Schuhe zubekam.
Zum vierten Mal setzte er draußen auf der Ersatzbank nun schon an, zog die Schnürsenkel fest, machte einen Knoten, wickelte die langen Enden einmal um den ganzen Schuh herum und unter der Sohle hindurch, wie das Fußballprofis schon immer, ohne erkennbaren Grund, machen. Dann noch einen Knoten und die Schleife. Daran scheiterten seine zittrigen Hände schon wieder. "Hey, hey! Nimm dir verdammt noch mal Zeit. Ohne dich werden sie schon nicht weiterspielen", rief Danny Wilson, der junge Trainer des FC Barnsley, seinem Ersatztorwart zu. Er wollte beruhigend klingen. Er klang angespannt.
... und so beginnt Seite 98.
[.... als er nach] Middlesbrough reiste. Wenn er die Chance bekäme, würde er nach England wechseln. Es war nicht abzusehen, ob er in Leverkusen viel weiter kommen würde, vielleicht könnte er sich vor Vollborn drängeln, aber an Heinen, der nach eine exzellenten Saison als kommender Nationaltorhüter gehandelt wurde, war kein Vorbeikommen. Daniela hatte ihm gesagt, sie würde überallhin mitgehen.
Als Nächstes lese ich "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" (Francois Lelord, 2002)
Do, 22.06.06, 23:08 Uhr
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