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15
Sep
2006

Neuer Feminismus

abgelegt unter: Politik & Gesellschaft

Passend zu dem Cartoon aus "Madame Secretary - A Memoir" hab ich dann heute einen schönen Artikel in der ZEIT gelesen zur Notwendigkeit eines "neuen Feminismus". Im Moment ist dieses Thema ja unter anderem dank Eva Herman in aller Munde und Susanne Gaschke hat in "Es ist die Wirtschaft, meine Damen" ein paar sehr schöne Gedanken zu dem Thema zu Papier gebracht, die mir in dieser Klarheit selbst noch gar nicht so gekommen waren. Aber ich muss die ZEIT ja auch nur lesen und nicht mit Inhalten füllen *g*

Natürlich ist genau DER Artikel online nicht verfügbar... also mal schnell die Passage abgetippt. Zur Tatsache, dass insbesondere in den Führungsetagen der großen (und mittelgroßen) Unternehmen so wenig Frauen vertreten sind...

In den Vorständen der 30 größten DAX-Unternehmen ist nach wie vor nur eine einzige [Frau] vertreten, im höheren Management wird der Frauenanteil auf fünf, im mittleren mit gutem Willen auf elf Prozent geschätzt. Nun macht natürlich nicht jede Frau automatisch Politik für andere Frauen, für Familienfreundlichkeit oder eine menschlichere Arbeitswelt - aber mindestens als Vorbilder fehlen sie schmerzlich, die weiblichen Führungskräfte.

Das ist insofern ein Problem, als sich die Wirtschaft in den vergangenen 15 Jahren immer mehr zur Leitsphäre der Gesellschaft aufgeschwungen hat. Politik wird nur mehr danach beurteilt, ob sie "der Wirtschaft" nützt oder schadet; der Einzelne muss sich den Flexibilitätserwartungen der Arbeitgeber anpassen, muss länger im Laden stehen, am Wochenende arbeiten, Lohnverzicht üben - oder seinen Arbeitsplatz riskieren. Wenn in dieser neuen Leitsphäre Frauen nun im Verhältnis zu fast allen anderen Subsystemen der Gesellschaft so hartnäckig und deutlich unterrepräsentiert sind, kommt das einem Rückschritt der ganzen Gesellschaft gleich.

Und für mich besonders interessant war dann auch das Ende des Artikels, in der die Autorin auf einen alten Slogan der Frauenbewegung eingeht, der in den 80er und 90er Jahren nicht mehr so wirklich ernst genommen wurde: "Das Private ist politisch"

[...] um der staatlichen Familienpolitik die richtige Richtung zu geben, muss man politisch sein. Dazu gehört fraglos, sowohl die Lektüre des Politikteils der Zeitung - den immer noch deutlich weniger Frauen als Männer lesen - als auch die Arbeit in Parteien - denen immer noch weniger Frauen als Männer beitreten. Gerne wird für die weibliche Zurückhaltung in dieser Frage die Entschuldigung vorgetragen, Frauen betätigten sich lieber informell, "in Projekten". Pustekuchen! Kein Mensch verändert mit "Projekten" die harte gesetzliche Realität. Frauen sind viel gefährlicher, wenn sie in die Parteien gehen - sie brauchen, wir brauchen freilich Durchhaltevermögen. Alle Verbesserungen des Frauenlebens in den vergangenen hundert Jahren waren Folgen politischer Reformen und gesetzlicher Veränderungen: das Wahlrecht, der Hochschulzugang, das moderne Scheidungs- und Abtreibungsrecht, die Verbesserung der Kinderbetreuung, der Erziehungsurlaub, das neue Elterngeld.
Noch ein Grund mehr, sich ein Ehrenamt andrehen zu lassen :-)

Ehrenamt... warum eigentlich *g*?

abgelegt unter: Volksvertreterin

Nachdem ich diese Woche neben einem beruflichen Abend-Termin dann auch noch zweimal nachmittags bzw. abends in lokalpolitscher Mission unterwegs war und ich in diese lokalpolitischen Aktivitäten immerhin insgesamt gut sechs Stunden investiert habe, kam mir mal wieder ein Gedicht (von Ringelnatz oder Busch, da streitet man sich immer noch *g*) in den Sinn:

Nur kein Ehrenamt

Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger mußt Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit -
und der Lohn? Undankbarkeit!

Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und so gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.

So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab.

Willst du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschne Maul!

Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
laß das Amt doch and'ren Dummen.


Warum ich es dennoch mache? Ich zitiere wieder mal die "Ärzte":

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist,
es wär' nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.


Und ganz so schlimm wie in dem Gedicht beschrieben, ist es ja wirklich nicht. Bei mir zumindest nicht. Nur manchmal stelle ich mir die Sinnfrage. Aber wenn ich dann merke, das das Thema mit dem ich mich beschäftige wirklich spannend ist und ich merke, dass dort wirklich Weichen für die Entwicklung der Stadt oder Stadtverwaltung gestellt werden und ICH das mitbeeinflussen kann, dann ist das doch schon faszinierend. Ganz davon abgesehen, dass nun wohl in den nächsten Jahren etwas passieren wird, was wir vor zwei Jahren schon vorgeschlagen haben und dafür vom Bürgermeister-Kandidaten, der SPD und so gut wie allen anderen Fraktionen und der Presse fast gesteinigt worden wären. Nun sehen auf einmal alle die Notwendigkeit. Ich freue mich auf die Ratssitzung in der das dann behandelt wird und bis dahin muss ich noch mal unseren damaligen Antrag raussuchen und die vehemende ablehenende Position des Politikers, der jetzt unser Bürgermeister ist.

Last.fm spielt: Here In My Heart - Erasure

Berufswahl: Damals und heute

abgelegt unter: Fundstuecke

Ich lese gerade die Autobiografie von Madeleine Albright und bin schon ziemlich beeindruckt. Ich kannte ihren Lebenslauf zwar so im Ungefähren, bzw. natürlich gerade ihre Zeit in der Clinton-Regierung, aber dennoch war ich überrascht, welch ein interessanter Mensch sie ist und wie anschaulich sie von ihrem Leben erzählt. Manchmal sind die ganzen politischen und strategischen Sachen auf englisch (natürlich lese ICH auf englisch *g*) zwar etwas kompliziert zu verstehen, aber sie erzählt es doch alles in allem sehr verständlich. Mehr dazu, wenn ich fertig gelesen hab, einen kleinen Cartoon, von denen in der Geschichte einige eingestreut sind, wollte ich aber jetzt schon bloggen, weil ich ihn so nett finde.

Minister heißt im Englischen "Secretary of..." und Außenministerin dann also "Secretary of State".

secretary

Großstadt-Flair "auf dem Land"

abgelegt unter: Mein Leben & ich

Das ich das noch erleben darf. In meiner 30.000 Einwohner Kleinstadt gibt es nun eine Packstation. Direkt am S-Bahnhof. Ich hab sie vor gut zwei Wochen schon entdeckt, aber da war sie noch nicht in Betrieb. Ok, das ist sie jetzt wohl auch noch nicht, auch wenn die Displays nun schon beleuchtet sind und man dort erfahren kann, was das Ding überhaupt ist. Aber im Verzeichnis zu finden ist sie noch nicht.
Und ich brauche so etwas auch gar nicht, denn ich hab bei meiner Mom eine viel bessere Paket-Annahme-Stelle ;--) Aber irgendwie finde ich's schon cool, dass wir das hier jetzt auch haben. Hat doch gleich ein etwas großstädterisches Flair *g*

packstation

Last.fm spielt: Complicated - Good Charlotte

Mein Badezimmer - Zwischendurch (Teil 5)

abgelegt unter: Mein Leben & ich

Zur Erinnerung: Vorher | Zwischendurch (Teil 1) | (Teil 2) | (Teil 3) | (Teil 4)

Vor zwei Tagen wurden in meinem Bad Waschbecken und Toilette installiert, so dass ich es das Bad nun eigntlich schon wieder - provisorisch - nutzen könnte. So sieht's aus...

Badezimmer 17

Aber da der Mauer noch die aufgestemmten Wände verputzen und danach der Fliesenleger zu Ende verfugen muss und vermutlich auch der Maler noch mal alles neu streichen, hab ich auf den Rückzug in eine Wohnung mit nur provisorisch nutzbarem Bad erst mal noch verzichtet.

Aber allmählich nervt es schon, wobei ich mich ja glücklich schätzen kann, hier bei meiner Mom Unterschlupf gefunden zu haben für diese Zeit. Aber es hieß vorher mal, dass die Arbeiten in jeder Wohnung 2-3 Wochen dauern. Jetzt ist Woche 3 rum und es wird sicher noch eine Weile dauern *grummel* Und wenn ich nicht selbst ein bisschen Druck machen würde, vermutlich noch länger. Der Installateur hat mir am Mittwoch erklärt, dass nun eben erst mal der Maurer ran müsste. Nur leider hätte er - der ein bisschen die Baustellenorganisation übernommen hat - gar keine Telefon-Nummer von der Firma, bzw. weiß auch gar nicht welche Firma das macht. Denn sonst hätte er mit denen ja mal einen "Übergabe" Termin machen können, so wie mit dem Fliesenleger und dem Elektriker auch.

Nachdem ich gestern Abend bei einem Kontrollbesuch den Elektriker im Treppenhaus getroffen hab und der mir erzählt hat, dass der Maurer im Nachbarhaus auch noch einiges zu arbeiten hätte, hab ich heute morgen mal in der Geschäftsstelle der Wohnungsbau-Genossenschaft angerufen. Die haben dort scheinbar gar keinen so genauen Plan wieweit die Bauarbeiten fortgeschritten sind. Als ich dann den Sachstand erklärte und dass nun der Maurer gefordert wäre, kam von dem zuständigen Mitarbeiter erst mal die Rückfrage, ob das denn wirklich der Fall sei.

Ich: Das meint der Elektriker auch. Und der meinte auch, dass in Haus 16 auch noch verputzt werden muss.
Er: Naja, der Elektriker kann vielleicht auch nicht so beurteilen, ob jetzt wirklich erst der Maurer ran muss oder jemand anders.
Ich: Da muss nun wirklich erst mal der Maurer ran!
Er: Sind denn die Wände noch offen? Sehen sie da die Rohre alle noch?
Ich: Jaaaa!
Er: Ok, dann muss jetzt wirklich erst mal der Maurer ran.

Sag ich doch! An einem Freitag Vormittag ist da natürlich nix mehr zu organisieren, aber mir wurde hoch und heilig versprochen, dass der Maurer dann direkt am Montag Morgen damit anfängt. Ich bin mal gespannt. In der Küche sind sie mit den Arbeiten aber wohl wirklich schon fertig, dann werde ich mich wohl morgen mal aufraffen und sie wieder auf Vordermann bringen.

Last.fm spielt: Nobody Does It Better - Carly Simon