abgelegt unter: Addicted to Grey's
Eintrag um 20.46 Uhr: Nachdem der
Tag heute alles in allem nicht so nach Plan verlief, war ja klar, dass der lokalpolitische Termin heute Abend auch viel länger dauern würde als geplant. Jetzt nur noch kurz ein bisschen Blogs durchstöbern und dann mit einem Buch aufs Sofa. Oder doch noch die ein oder andere Folge LOST? Mal sehen...
Heute abend läuft auf PRO7 Greys's Folge 2x02 und ich hab die Folge gerade mal in Gedanken kurz rekapituliert und bin jetzt schon gespannt auf die Synchronisation. Wenn man die Storyline schon gut kennt und sich auch nur schwer an die Stimmen gewöhnen kann, muss man sich halt an irgendwas anderes halten :-)
Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich auch nicht wüßte, wie ich folgende Metapher übersetzen würde.
"When you waited two months to tell me [....] you pulled the plug. I'm a sink with an open drain. Everything you say runs right out."
Ich bin also mal gespannt...
Nachtrag um 23.20 Uhr: Wow, da war ich jetzt positiv überrascht. Wörtliche Übersetzung und das machte dann auch auf Deutsch sogar Sinn. Ich hätte halt nur gedacht, dass sie wegen der doppelten Anzahl von Silben im Deutschen eine ganz andere Metapher suchen. Aber nee... Gut! Und sogar an die Stimmen hab ich mich nun fast schon gewöhnt. Wobei Patricks Original natürlich nie zu toppen ist :-)
Di, 19.09.06, 23:20 Uhr
abgelegt unter: Mein Leben & ich
Manchmal hab ich den Eindruck, ich lebe seit 31 Jahren als Beta-Version. Im Großen und Ganzen alltagstauglich, aber hin und wieder mit seltsamen Systemabstürzen. Seltsam in dem Sinne, dass sie nach der langen Probe-Laufzeit eigentlich nicht mehr passieren dürften. Anscheinend steckt da irgendwo noch immer ein Fehler im System. Einer der bekannteren noch nicht behobenen Fehler ist das "Schlüssel - irgendwo - liegen - lassen" Problem. Heute trat dann nach langer langer Zeit auch mal wieder der ein Defekt der Rubrik "Portemonnaie - weg" auf. Hier das Protokoll des Systemabsturz.
08.50 Uhr: In Hagen steige ich in den Zug Richtung Essen.
09.00 Uhr: Nach kurzem Dösen will ich ein bisschen lesen und als ich das Buch aus der Tasche hole, merke ich dass mir meine Wasserflasche ausgelaufen ist. [diese kleinen unwichtiger Programm-Fehler passieren öfter mal, sind aber meist nicht der Rede wert]. Ich breite den Taschen-Inhalt auf dem freien Sitz neben mir aus und wende das Innere der Tasche zum Trocknen nach außen.
09.15 Uhr: In Bochum füllt sich der Zug und um Platz zu machen, räume ich alles wieder in die Tasche ein. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich ALLES wieder einräume.
09.25 Uhr: Ankunft in Essen und Ausstieg aus dem Zug. [Der Zug fährt um 09.34 Uhr zurück nach Hagen]
09.26 Uhr: Auf der Treppe greife ich in meine Tasche um das Portemonnaie hervorzukramen, weil ich mir noch ein Käse-Croissant kaufen will. Der Griff geht ins Leere.
09.27 Uhr: Panisch räume ich die ganze Tasche aus. Kein Portemonnaie weit und breit.
09.28 Uhr: Zurück im Zug suche ich meinen Platz und die Plätze drum herum ab. Kein Portemonnaie weit und breit. Keiner der bereits eingestiegenen Fahrgäste hat etwas gesehen.
09.30 Uhr: "Ist hier ein Portemonnaie abgegeben worden?" Frage am Service-Point und im "Fundbüro". Negative Antwort. Ich kriege den Tipp, noch mal beim Zugführer zu fragen.
09.32 Uhr: Zurück aufs Gleis. Negative Antwort des Zugführers.
09.34 Uhr: Der Zug fährt wieder ab.
09.36 Uhr: Zurück im Fundbüro. Ratlosigkeit. Ich kriege den Tipp später noch mal anzurufen, vielleicht wird ja noch was abgegeben. Und natürlich den Tipp, es der Polizei zu melden.
09.42 Uhr: Ich betrete die Katakomben des Bundesgrenzschutzes am Essener Hbf. Ein netter Beamter drückt mir erstmal die Notfall-Nummern in die Hand.
09.48 Uhr: Ich lasse meine EC und meine Kreditkarte sperren. Und gebe dann in Ruhe und Ausführlichkeit (Polizeidienst ist wirklich viel viel viel Verwaltungskram) eine Diebstahls-Anzeige auf. Zwischendurch überschlage ich grob, wieviel Zeit und Geld mich die Wiederbeschaffung der Papiere etc. kosten wird. Und seltsamerweise ärgere ich mich vor allem auch darüber, dass mir DIESES Portemonnaie abhanden gekommen ist, denn das gefällt mir einfach sehr. Weil mein altes schon so angeschlagen war, hab ich erst letzte Woche ein identisches neues gekauft.
10.46 Uhr: Mein Handy klingelt. Dran ist Bruder #2. "Wie kann man nur so blöd, sein Portemonnaie im Zug zu vergessen?!?!?" Ich versteh gar nichts mehr. Aber die Sache ist schnell geklärt. Irgendjemand hat es gefunden und im Portemonnaie die Visitenkarte meines Bruders entdeckt und ihn angerufen. Er gibt mir die Handy-Nummer durch und ich rufe den Finder an. Erleichtert. SEHR erleichert. Das kleine Problem, dass er sich in einem Zug Richtung Hessen befindet und auch während der Fahrt keine Möglichkeit es an einem Service-Point oder einer BGS Stelle abzugeben, lösen wir dadurch, dass er anbietet, mir es mit der Post zu schicken. Als Nachnahme Einschreiben.
10.58 Uhr: Ich verlasse den BGS und begebe mich in mein Büro.
11.25 Uhr: Meine Bank versichert mir, dass es kein Problem ist eine gesperrte Karte wieder zu entsperren und dass sie von sich aus auch erst mal gar keine Ersatzkarte losschicken würden. An richtig konstruktiv Arbeiten ist den ganzen Tag über nicht zu denken, dazu bin ich noch viel zu aufgedreht.
14.40 Uhr: Ich leihe mir Geld aus unserer Hand-Kasse, damit ich mir überhaupt eine Fahrkarte nach Hause kaufen kann.
16.15 Uhr: Zu Hause erzähle ich meiner Mom lang und breit von den Ereignissen des Tages und schließe mit der Befürchtung, dass Bruder #2 mich damit noch eine ganze Weile lang ärgern und aufziehen wird. "Der soll gerade was sagen!" erklärt meine Mom, "der ist doch auch nicht besser." Stimmt, denke ich mir. Immerhin hat er erst letzte Woche direkt vor seiner Haustür seine teuere Digicam verloren. Und weg war sie. Wie schön, dass meiner Mom das direkt eingefallen ist :-)
Jetzt bleibt für mich nur die Hoffnung, dass ich mein Portemonnaie wirklich morgen direkt wieder kriege. Und hoffentlich ist noch alles drin. Der Mensch am Telefon klang eigentlich ganz hilfsbereit und vertrauenswürdig und außerdem hab ich ihn direkt mal gegoogelt *g* Er existiert wirklich. Also eigentlich kein Grund zur Panik. Morgen darf ich dann nur den ganzen Vormittag in meiner Wohnung hocken und auf den Briefträger warten. Hoffentlich hat der Finder auch heute noch geschafft es zur Post zu bringen.
Ich glaube bis zur stabilen alltags- und lebensfähigen Programmversion braucht es bei mir echt noch ein paar Jahre.
Di, 19.09.06, 17:32 Uhr