Die
Gräfin hatte es mir vor langer Zeit schon empfohlen, es stand dann noch einige Zeit im RUB bis ich es in den letzten Tagen dann gelesen hab und mich von der Geschichte sehr gut unterhalten fühlte. Mir sind diese Schützenfeste und großen Familienfeiern zwar eher fremd, aber das Grauen war auch beim Lesen nachvollziehbar. Ein wunderbar schräger, schonungsloser und oftmals sehr fieser (wahrheitsgetreuer?) Einblick in das Landleben einer Tanzmusik-Band in den 80er und 90er Jahren. Sehr schön!
So beginnt die Geschichte...
Ich hatte Mutter versprochen, endlich unseren winzingen Rasen zu mähen, und nun mühte ich mich an diesem brüllend heißen Augustnachmittag 1985 mit den Kanten ab. Bevor ich mir die gesamte Fläche vornahm, trimmte ich immer zuerst penibel die Rasenkanten. So richtig toll wurde es nicht, aber das war nicht meine Schuld, sondern die meines verstorbenen Großvaters, der zu Lebzeiten jede handwerkliche Eigeninitiative seines Enkels mit der Bemerkung Zwei linke Hände und lauter Daumen zu ersticken pflegte. Der alte Despot hatte lieber alles selber gemacht, weil es ihm bei mir zu langsam ging. Die Spätfolgen seiner pädagogischen Konzeptlosigkeit konnte er jetzt posthum besichtigen. Es war ein Trauerspiel.
...und so beginnt Seite 98:
"BIST DU NICHT MEHR GANZ DICHT MIT DEINEM GELABER? DAS WAR MEINE LETZTE CHANCE HEUTE. ICH HAB KEINE KOHLE MEHR. DRECKSKISTE."
Dann wandte er sich an den unschuldigen Schorsch:
"DAS IST JA WOHL NICHT DEIN ERNST MIT DEM SCHEISSDING HIER!"
Der dürre Grieche antwortete gewohnt orakelhaft: "Mal hast du Glück, mal Pech. Steckst du nicht drin, musst einfach laufen lassen."
Jens verzichtete auf eine Antwort und lieh sich bei Norbert das Geld fürs Essen.
"Das hol ich mir wieder, ich schwör's."