- ACHTUNG Spoiler und außerdem sehr sehr lang -
Dies ist einer dieser Tage an denen ich sehr froh bin über den Internet-Anschluss im Büro und darüber, dass ich sehr eigenständig entscheiden kann, wann ich welche Arbeiten erledige. Oder ob ich mal kurz (*g*) was anderes mache. Solange die Arbeit halt dann irgendwann rechtzeitig fertig gestellt ist. Und das wird sie... Aber jetzt muss ich erst mal über Grey's bloggen, denn sonst lenken mich meine Gedanken dazu eh zu sehr von der Arbeit ab. Und da
ich beim Tippen besser denken kann (nicht lachen, es ist so), schreibe ich es halt direkt auf.
Mein Gott, was hab ich heute morgen geflennt vor meinem Monitor. So sehr hatte mich sogar die letzte Folge nicht aufgewühlt und die war eigentlich noch dramatischer, denn in der heutigen Folge passiert gar nicht so viel actionreiches oder so. Aber die Dialoge und die einzelnen Momente gehen einfach doch sehr ans Herz. Und allen rennt schließlich irgendwie die Zeit davon.
Der arme, arme Derek. Würde so gerne Meredith' "knight in shining whatever" sein und darf bzw. kann nicht. Um seinen Frust darüber loszuwerden wendet er sich an die Frau, die seiner Meinung nach für Meredith' "Zustand" verantwortlich ist - im übertragenen und fast auch realen Sinne - und ich fand das richtig richtig gut! Yeah! Derek kennt seine Meredith eben und weiß um ihre "dark & twisty" und manchmal vielleicht im wahrsten Sinne des Worte lebensmüden Tendenzen. Und dafür ist nun mal ihre Mutter (nicht ausschließlich, aber doch hauptsächlich) verantwortlich. Dass Derek wirklich glaubt, dass Meredith vielleicht absichtlich ins Wasser ist, erschrickt zwar ein bisschen, aber ganz so falsch liegt er mit seiner Befürchtung ja nicht. Dazu aber später noch mal mehr. Wie gesagt... er kennt sie einfach sehr sehr gut.
Ich hatte eigentlich damit gerechnet (und mein verkitschtes Shipper Herz hat fast drauf gehofft), dass am Ende eine sehr emotionale Mer/Der Szene zu sehen sein würde, so a la "Ich bin so froh, dass du lebst, ohne dich kann ich nicht sein" etc pp. Zugegeben so aufgeschrieben klingt es jetzt extrem kitschig und vielleicht wäre es auch so kitschig geworden, deswegen bin ich - Shipper Herz hin oder her - schon ganz froh, dass das alles etwas unaufgeregter ablief und trotzdem klar wurde, dass die beiden es einfach füreinander sind. Wie sie am Ende eng umschlungen in Mer's Krankenhaus-Bett liegen, sprach schließlich für sich *seufz*
Dramaturgisch sehr geschickt gemacht, um diese große Liebe unverkitscht zu demonstrieren, war vor allem auch Addisons Kommentar, die die Szene von außen beobachtet. Das war aber natürlich andererseits wieder sehr traurig, denn die Erkenntnis dass ihr Ex-Mann sie nie so geliebt hat, wie er Meredith liebt, muss sie schließlich schon verletzen. Aber dann ist da ja noch Mark, von dem ich in dieser Szene doch mal wieder überrascht war. Hat ER sie wirklich so geliebt?
Diese "60 Tage ohne Sex" Wette finde ich eine super coole Idee, ich bin mal gespannt ob er das schafft. Bzw. ich gehe schwer davon aus, dass er es schafft und damit beweist, dass er sie wirklich liebt. Es stellt sich nur die Frage, muss sie sich auch an dieses Zölibat halten und falls ja, wird sie es tun? Nach ihrer Frage
"Who would I possibly be having sex with?" dann die Szene zu Alex zu wechseln, war auch mal wieder sehr schön.
Als ich vor einigen Tagen das erste Mal von dem sehr wahrscheinlichen Addison Spin-Off gehört hatte, war ich hin und her gerissen, weil ich ihr als Serien-Figur auf jeden Fall eine eigene Serie gönnen würde. Ich mag sie wirklich sehr. Aber nun hab ich gemerkt, dass ich sie im SGH doch sehr vermissen würde. Und nicht nur ich.. Alex sicher auch :-) So wirklich glücklich bin ich mit dieser Produktions-Entscheidung also nicht, aber es wird wohl doch so kommen, dass Addison zum Ende der Staffel aus dem SGH ausscheidet. Wenn mir bei ihrem ersten Auftritt in Folge 1x09 mal jemand gesagt hätte, dass ich ihr mal viele Tränen nachweinen würde, hätte ich diesen jemand für bekloppt erklärt. Aber so kann sich die Welt ändern...
Cristina hat mir in dieser Folge auch soooo leid getan, wie sie auf ihre ganz eigene Art versucht mit der Situation zurecht zu kommen. Bzw. weil sie eben gerade NICHT mit dieser Situation zurecht kommt. Die Szene mit Burke bei Joe's.... so traurig. Und traurig war auch, dass Izzie sich mit ihrer Art gerade um Kopf und Kragen redet und wirklich dabei ist George als Freund zu verlieren. Was mir an der Folge auch gut gefallen hat, war dass es eben nicht auf allen Ebenen ein Happy End gab, sondern dass Izzie und George und Callie wirklich noch einiges zu klären haben, wenn sie irgendwie miteinander klar kommen wollen. Und ich hoffe, sie kriegen das auch hin.
So, nun aber noch einiges (vieles) zur hauptsächlichen Handlung: Meredith' Leben nach dem Tod. Oder besser gesagt: ihre Zeit zwischen Leben und Tod. Man könnte jetzt vermutlich langer drüber sinnieren, ob eine Serie, die bei den medizinischen Geschichten sonst doch sehr nah an der Realität bleibt, sich mit dieser Idee übernommen hat. Aber da nun gerade nicht klar gesagt wird, ob dass nun eine reale Nahtod-Erfahrung ist und sie diese Menschen wirklich "trifft" oder ob es alles nur in ihrer Vorstellung passiert, fand ich das schon ganz in Ordnung so. Das kann dann jeder Zuschauer interpretieren wie er mag.
Dass Mer am Ende ihre Mutter "trifft" und sich mit ihr versöhnt... ok, das war vielleicht hart an der Grenze, aber damit war nach allem was man vorher an Spoilern gelesen hatte auch zu rechnen. Und das war als Abschluss dieser komplizierten Beziehung schon ok. Und wenn man davon ausgeht, dass es alles nur in Mers Vorstellung passiert, ist doch klar, dass sie sich wünscht, dass ihre Mutter ihr das sagt, was sie ihr Leben lang von ihr hören wollte.
Um die Beweggründe von Dylan, Denny, Bonnie und Liz genau zu verstehen, müsste ich die Folge aber wohl noch mal gucken (was ich aber sicher auch noch tun werde *g*), denn so ganz hab ich noch nicht verstanden, warum diese vier dort sind. Bzw. ob sie alle dort ähnlich "gefangen" sind wie Meredith oder eben nicht. Dylan sagt etwas davon, dass er es nicht wäre, weil er wirklich mit seinem Leben abgeschlossen habe, als er Meredith damals bei der Bomben-Geschichte das Leben gerettet hat.
Denny und Bonnie hingegen haben sich nicht wirklich mit ihrem Tod abgefunden. Aber warum haben sie dann keine Möglichkeit gehabt, wieder zurückzukehren? Naja, vermutlich hinterfrage ich das alles wieder viel zu sehr *g*. In diesem Fall dienen vor allem diese beiden ja dazu, Meredith mit der Frage zu konfrontieren, wie sehr sie selbst wirklich an ihrem Leben hängt. Und so lange sie sich dieser Frage nicht stellt, hängt sie in diesem Zwischenzustand fest.
Irgendwie fand ich diese Idee schon sehr cool, Meredith, die ihr Leben manchmal bzw. zur Zeit scheinbar ein bisschen leid ist, mit zwei Menschen zu konfrontieren, die alles dafür geben würden, ihr Leben wieder zu bekommen und die sich eben nicht so einfach mit ihrem Tot-sein abfinden, wie Meredith es anscheinend tut. Natürlich sagt sie, dass sie nicht tot sein will, aber sie verhält sich nicht so, als ob sie wirklich zurück wollte, sondern passt sich direkt den Umständen an und versucht z.B. Bonnie wieder und wieder zu retten. Sehr surreal irgendwie, dass sie auch gar nicht realisiert, wie sinnlos ihr Versuch ist, eine schon gestorbene Frau nun doch noch mal zu retten. Aber das zeigt eben so gut, dass Meredith sich dem Ernst der Lage gar nicht bewusst ist und ihre Situation gar nicht hinterfragt. Sehr zum Leidwesen von Dylan und Denny. Die beiden und ihren Nickeligkeiten fand ich so lustig und auch dass Mer sich direkt auf Doc stürzt, als der zu ihr aufs Bett springt. Für diese wirklich witzigen Einfälle zwischen all dem Drama liebe ich Grey's ja auch so sehr.
Was Denny über Derek sagt und welche Wunder es eigentlich ist, dass er so ist wie er ist, hat mich sehr zu Tränen gerührt. Ebenso wie er Meredith erklärt, auf was sie alles verzichten würde müssen, wenn sie sich gegen das Leben entscheidet, nur weil das vielleicht jetzt im Moment weniger Anstrengung bedeutet. Klar war dieser Denny / Izzie Moment am Ende irgendwie sehr verkitscht, aber für mich passte das schon in die gesamte Storyline. Deren Liebesgeschiche war und ist halt nicht von dieser Welt.
Ebenfalls zu Tränen gerüht hat mich Meredith' Eingeständnis, dass sie im Wasser wirklich nicht so 100% um ihr Überleben gekämpft hat.
"Don't tell anybody". Ich fand's ehrlich herzergreifend. Wie gesagt, im Prinzip hab ich die komplette Folge durch geflennt. Und das passiert mir nicht so oft.
Und jetzt ist erst mal vier Wochen Pause und es laufen nur Wiederholungen. *seufz* Aber das ist vielleicht auch ganz gut um sich von dem Grey's Drama, der letzten drei Folgen zu erholen :-)