Im Moment kommt das Bloggen im Vergleich zu früher etwas kurz. Was nicht daran liegt, dass ich nicht die Zeit dazu hätte, aber ich fürchte meine Beiträge wären im Moment nicht sehr lesenswert. Es passiert nix Besonderes, sondern es passieren nur viele kleine Dinge, die mich total nerven oder aufregen. Darüber könnte ich ganze Seiten füllen (siehe
Strafrecht...), aber eigentlich möchte ich meine latent schlechte Laune hier nicht noch konservieren. Und zum Bloggen über alltäglichen Kleinkram der Art "Aufgeschnappt" oder ähnliches kann ich mich dann doch meist auch nicht aufraffen. Blog-Blues?
Heute Nachmittag hab ich aus beruflichen Gründen 2,5 Stunden im Starbucks verbracht. Wobei das so natürlich nicht ganz korrekt formuliert ist, denn ich hatte nicht IM Starbucks zu tun, sondern hab mir dort nur die Zeit zwischen zwei Terminen (oder was man so dafür halten kann) vertrieben. Am letzten Sonntag hat es mich nachmittags ganz kurz in den McDonalds in Hattingen verschlagen, nun also Starbucks im Ruhrgebiet. Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Dort letzte Woche das, was Kurt Beck (und wohl nicht nur er) als Unterschicht bezeichnen würde. Hier heute nun die schicke, hippe, jugendliche, gut ausgebildete, metropolitane Bevölkerung.
Und es ist schon spannend welche Typen man dort so erleben kann. Ein wild gestikulierendes Pärchen aus Italien. Ein einsamer am Laptop arbeitender Yuppie. Ein junges Pärchen, von denen beide erst lange stumm ihre Zeitschriften lesen und dann irgendwann über Ziele für die (gemeinsame?) Hochzeitsreise reden. Zwei junge Typen, die gemeinsam an einem Laptop sitzen und engagiert ein neues Internet-Projekt konzipieren.
Das italienische Pärchen wird von werdenden Eltern abgelöst. Und auch die schon Eltern Gewordenen kommen scheinbar gerne zu Starbucks.
Ein Pärchen mit einem ca. anderthalbjährigen Jungen, dem sie sich aufmerksam widmen. Die schon etwas älteren Eltern mit dem schon etwas älteren Kind, das sich auch gut mich selbst beschäftigen kann oder alleine die nahe Umgebung des elterlichen Tischs erkundet. Am nächsten Tisch saßen noch älteren Eltern - beim schätzungsweise ersten Starbucks Besuch ihres Lebens - zusammen mit ihrer Tochter und deren Freund, der diese Eltern zum ersten Mal gegenübersitzt. Zumindest war das meine Interpretation dieser ungewöhnlich wirkenden Café Gesellschaft. Keine Ahnung, welche Laus dem weiteren Paar, Mitte 40, über die Leber gelaufen war, aber die schienen doch sehr unentspannt und haben erst mal die Bedienung angepflaumt .
Und dann saß da noch alleine eine Frau Anfang 30, mit grooooßen White Chocolate Mocca, einem Nougat - Chocolate Muffin und einer Holunder Bionade, die sich ihre Zeit damit vertrieben hat, die ZEIT zu lesen, durch einen wunderbaren Toronto - Reiseführer zu stöbern und mit großem Interesse die übrigen Gäste zu beobachten. Damit sie endlich mal wieder was Nettes zu bloggen hat :-)