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1
Jan
2008

Wenn Koffer reden könnten...

abgelegt unter: Mein Leben & ich

...dann gäbe es hier nun vielleicht eine spannende Geschichte zu lesen. Vielleicht etwas von dunklen verschlossenen Kofferräumen. Oder kahlen Hotelzimmern. Ich fände es hochinteressant, aber leider, leider kann mein Koffer nun mal nicht reden. Und die Mitarbeiterin bei der Lufthansa Gepäckermittlung wusste auch nur, dass mein Koffer am Samstag Vormittag definitiv mit mir in Rom gelandet war. Was er danach aber bis heute früh um 1.30 Uhr gemacht hat, wird für immer sein ganz persönliches Geheimnis bleiben.
Was lernen wir daraus? Immer nur mit eindeutig identifizierbaren Koffern verreisen. Und die Trolleys, die es mal als Bonuspunkte Prämie bei ARAL gab, gehören nicht wirklich dazu. Denn davon befanden sich mindestens zwei auf dem Gepäckband. Nur hat der Besitzer des zweiten sich dann wohl halt vergriffen. Oder was weiß ich, warum mein Koffer weg war, er kann es mir ja nicht erzählen. Und zum Glück ist er - acht Stunden vor meinem Rückflug - dann doch auch wieder unversehrt aufgetaucht. Vermutlich hätte es auch nichts genützt, wenn im Koffer meine Kontakt-Daten für diese Reise zu finden gewesen wären.
Zweite Lektion: Immer ein Set Wechsel-Wäsche ins Handgepäck packen. Denn auch wenn ich nun bezeugen kann, dass man in einer Großstadt auch relativ gut drei Tage ohne eigenes Gepäck übersteht, werfen die Suche nach einem Kaufhaus in dem man Unterwäsche, Socken und ein Oberteil zum Wechseln kaufen kann, die kompletten Pläne einer Reisegruppe natürlich durcheinander.

Nicht überstehen kann man eine solche Reise allerdings in einer nicht beheizten "Ferienwohnung" in einem sehr sehr alten Gemäuer. Bruder #3 hat mir heute erzählt, dass solche Gasöfen, wie sie dort zum Heizen rumstanden, in Deutschland gar nicht in Häusern oder Wohnungen verwendet werden dürften. Überrascht uns das? Nee, nicht wirklich. Die erste wirklich kalte Nacht hat die "Vorhut" dann auch alleine verlebt, aber nach deren Erzählungen war eigentlich klar, dass wir in dieser Unterkunft nicht bleiben können. Was auch damit hat zusammenhängen können, dass das Warmwasser zum Duschen nur für maximal 1,5 Personen reichte. Wir waren aber zu fünft. Selbst beim schnellen zwei morgens / zwei abends Plan wäre eine auf der Strecke geblieben. Was dann aber irgendwie so oder so passierte, denn Nr. 1 der Vorhut wollte den Rom-Besuch unter gar keinen Umständen fortsetzen und hat am Samstag Abend im Internet-Cafe den Rückflug gebucht. Nr. 2 der Vorhut war nicht ganz so leicht zu erschüttern und somit haben wir anderen dann auch im Internet-Cafe via hrs doch noch zwei Hotelzimmer gefunden. Super super Schnäppchen, 3 Sterne, relativ neu, deswegen noch nicht so bekannt und halt nicht ausgebucht. Und daher war dort noch Platz für vier Mädels und drei Koffer. Die Nacht von Samstag auf Sonntag haben wir alle dann in dieser Wohnung ausgeharrt. Aufs Duschen am Sonntag Morgen haben wir verzichtet. Verdammt war das alles kalt. Ok, unter zenterweise Decken erschlagen war es zum Schlafen warm genug, aber der Rest... *bibber*

Der Unterschied zwischen Wohnung und Hotel konnte dann wirklich nicht größer sein. (Fotos folgen später). So ganz unproblematisch war es im Hotel aber auch nicht. Dort störte in der Nacht von Sonntag auf Montag dann zwar keine beißende Kälte unseren Schlaf, aber ein Feueralarm. Hätte der Nachtportier oder womöglich sogar die Feuerwehr nicht eigentlich den Auslöser kontrollieren müssen? Naja, in Italien begnügt man sich da mit einem telefonischen "Sie haben nicht geraucht? Ok". Und braucht dann aber noch mal 10 Minuten um das Ding abzustellen.

Davon abgesehen waren die dort klasse und haben Sonntag mehrmals am Flughafen meinem Koffer hinterher telefoniert. Als wir dann in den frühen Morgenstunden ins Hotel zurückkamen empfing mich der Portier mit "I think this is yours..." Und dann stand dort doch tatsächlich mein Koffer. Und sagt keinen Ton. Um diese Geschichte noch abzurunden, wurde er irgendwo auf dem Rückflug beim Transport demoliert und hat nun ein Standbein weniger. Dafür bekam ich dann einen Lufthansa Rücksack als Entschädigung und konnte bei dieser Gelegenheit gleich auch die Erstattung für meine Sonder-Auslagen (Unterwäsche, Socken etc) klären. Und hab das Geld sogar direkt bar auf die Hand bekommen. So gesehen fing das neue Jahr dann doch gleich gar nicht mal so schlecht an.

Schlecht ist hingegen, dass meine dicke Erkältung dank eisiger Wohnung und stundenlangen Herumlaufen oder -stehen in Rom natürlich nicht kuriert wurde. Im Gegenteil, ich pfeife inzwischen auf dem letzten Loch und es ist wirklich gut, dass ich das keiner Begleitung mehr zumuten muss. Zimmergenossen hätten mit mir heute erst recht keinen Spaß und dabei hab ich Hai_di letzte Nacht schon wach gehalten, fürchte ich. Morgen werde ich also meinen Vormittag im Wartezimmer meiner Hausärztin verbringen. Und weil ich so krank bin, kann ich meine Mom im Moment auch gar nicht im Krankenhaus besuchen, so eine Bazillenschleuder wie ich im Moment bin. Leider geht's der zur Zeit auch gar nicht so gut, also zwar schon einerseits irgendwie besser, aber andererseits halt auch nicht. Wobei wir nicht sicher wissen, ob das vielleicht an der Unfähigkeit der Wochenend / Feiertags Not-Besetzung im Krankenhaus liegt. Aber wenn man einer Patientin am Ende 1,5 Liter Flüssigkeit aus dem einen Lungenflügel und 0,8 Liter aus dem anderen saugt, dann könnte man sich doch vielleicht fragen, ob man das nicht ein bisschen früher hätte merken oder behandeln müssen. Ich bin da noch ganz fassungslos. Hoffentlich wird sie morgen wirklich wieder von der Wachstation auf die normale verlegt, denn da kann ich sie wenigstens dann telefonisch sprechen und von meinem Rom Besuch erzählen.

Außer dem bisher erwähnten Chaos gibt's nämlich noch viel viel Schönes zu erzählen. Wir haben - ziemlich planlos - vieles angeschaut, aber bei weitem nicht alles wichtige. Es war tolles Wetter. Es war unglaublich voll. Wir hatten doch relativ viel Glück mit unserer Restaurant Auswahl. Und Feuerwerk über den Dächern von Rom mit dem beleuchteten Petersdom im Hintergrund hat schon was ganz ganz Besonderes. Sightseeing Fotos folgen auch davon sicherlich irgendwann. Aber nun muss ich mich erst mal auskurieren. Ab in die Wanne, viel Tee und früh ins Bett. Und all die anderen Blog-Sachen verschieben auf... später halt. Wenn mein Kopf nicht mehr so dröhnt und meine verschleimten Bronchien mich auch wieder etwas ruhiger atmen lassen...