Gelesen: Nimmermehr (Christoph Marzi, 2007)
abgelegt unter: MedialesIch hatte fälschlicherweise gedacht, dass es sich bei diesen Kurzgeschichten um Geschichten aus der Lycidas Welt handelt. Was aber gar nicht der Fall war. Die Geschichten haben mir aber dann zum größten Teil doch ganz gut gefallen. Einige waren mir zu zu B-Movie-horror ähnlich, aber einige andere waren dann doch ganz nett. Und der Vorteil einer Kurzgeschichten Sammlung ist, dass man das Buch gut mal für eine Weile weglegen oder liegenlassen kann, denn in der letzten Zeit war ich meist gar nicht so in Lese-Stimmung. Ich hoffe, diese Stimmung kommt doch bald mal wieder, jetzt wo ich mich gedanklich und emotional auch mal wieder auf eine andere als die real Welt einlassen kann. Dazu war ich in den letzten Monaten irgendwie nicht so in der Lage...
So beginnt das Buch (mit einem Vorwort)...
Kurzgeschichten sind Sterne, die flackernd am Himmel funkeln. Man übersieht sie leicht, denn sie sind klein und zerbrechlich. Man hört sie kaum, denn was sie sagen, ist kaum mehr als ein Flüstern. Aber sie bleiben im Kopf, lange noch, nachdem ihr Ende verklungen ist und der letzte Satz gesprochen wurde, wie eine Sternschnuppe, die am Nachthimmel versinkt.
Kleinen Kindern erzählt man Märchen, die meist nicht mehr sind als kurze Geschichten. Wer erinnert sich nicht daran. Wenn die Eltern das Zimmer verlassen hatten, der Wind an den Fensterläden rüttelte und die knorrigen Äste an der Hauswand entlangschabten, wenn es richtig dunkel geworden war, dann kehrten all die Details zurück:
...und so beginnt Seite 98:
"Ich bin noch immer hungrig", sagte Leonore mit einem Lächeln, für das man keine Worte finden konnte. Der dunkle Anzug und das weiße Hemd einschließlich passender Krawatte erinnerten an die Mode der Vierzigerjahre und ließen sie zugleich distanziert und aufreizend erscheinen. Sie trug hohe, feste, Schnürschuhe, die den Dielenboden knacken ließen, während sie mit langsamen, geschmeidigen Bewegungen in der Wohnung umherging, ihr Umfeld begutachtete und mich nicht aus den Augen ließ.
So beginnt das Buch (mit einem Vorwort)...
Kurzgeschichten sind Sterne, die flackernd am Himmel funkeln. Man übersieht sie leicht, denn sie sind klein und zerbrechlich. Man hört sie kaum, denn was sie sagen, ist kaum mehr als ein Flüstern. Aber sie bleiben im Kopf, lange noch, nachdem ihr Ende verklungen ist und der letzte Satz gesprochen wurde, wie eine Sternschnuppe, die am Nachthimmel versinkt.
Kleinen Kindern erzählt man Märchen, die meist nicht mehr sind als kurze Geschichten. Wer erinnert sich nicht daran. Wenn die Eltern das Zimmer verlassen hatten, der Wind an den Fensterläden rüttelte und die knorrigen Äste an der Hauswand entlangschabten, wenn es richtig dunkel geworden war, dann kehrten all die Details zurück:
...und so beginnt Seite 98:
"Ich bin noch immer hungrig", sagte Leonore mit einem Lächeln, für das man keine Worte finden konnte. Der dunkle Anzug und das weiße Hemd einschließlich passender Krawatte erinnerten an die Mode der Vierzigerjahre und ließen sie zugleich distanziert und aufreizend erscheinen. Sie trug hohe, feste, Schnürschuhe, die den Dielenboden knacken ließen, während sie mit langsamen, geschmeidigen Bewegungen in der Wohnung umherging, ihr Umfeld begutachtete und mich nicht aus den Augen ließ.
Do, 14.02.08, 23:34 Uhr
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks


