Gelesen: Gertrude und Claudius (John Updike, 2000)
abgelegt unter: MedialesEins der wenigen Bücher, die Elke Heidenreich so hoch gelobt hat - immerhin gehört es zur Brigitte Edition - und die mich total enttäuscht haben. Ich fand es sehr anstregend zu lesen, zum einen was den Stil und die Sprache und zum anderen die Geschichte an sich angeht. Ich hab zu keiner Zeit größere Sympathien für eine der beiden Hauptfiguren entwickelt. Ich fand's einfach mühsam und verstehe inzwischen auch gar nicht mehr, warum ich es nicht doch nach dem ersten Drittel oder spätestens der Hälfte einfach aufgegeben hab. Stattdessen habe ich es oft tagelang einfach liegen lassen, was ich sonst auch nie mache. Deswegen hat das zu Ende lesen auch so lange gedauert. Das war das erste Buch, das ich von Updike gelesen hab und ich glaube, es wird für lange Zeit auch erst mal das letzte sein.
So begint die Geschichte...
Der König war erzürnt. Seine Tochter Gerutha, kindlichrundliche sechszehn Jahre alt, hatte Widerwillen bekundet gegen die Vermählung mit dem Edelmann seiner Wahl, Horwendil dem Jüten, einem bulligen Recken, der in jeder Weise geeignet war, wenn Jüten je geeignet sein konnten für die Ehe mit einer seeländischen Jungfrau, die geboren und erzogen worden war im königlichen Schloss zu Helsingör. "Ungehorsam gegen den König ist Verrat", ermahnte Rorik seine Tochter, auf deren zarthäutigen Wangen die Rosen des Trotzes und der Bedrängnis glüten. "Wenn die Schuldige die einzige Prinzessin des Königreichs ist", fuhr er fort, "wird der Frevel zum Vergehen am eigenen Blut."
...und so beginnt Seite 98.
[Das belustigte Spiel ihres Mun]des und ihrer Augen, die unbeschwerte Musik ihrer artigen Stimme, der flüchtige Anblick ihrer bloßen Füße und rosigen Morgenträgheit waren im Liebesnahrung genug; in diesem empfindlichen Stadium an mehr zu denken hätte ihn mit Widerwillen erfüllt. Mit der Liebe war es wie mit den Falken: am besten man ließ sie hungrig.
So begint die Geschichte...
Der König war erzürnt. Seine Tochter Gerutha, kindlichrundliche sechszehn Jahre alt, hatte Widerwillen bekundet gegen die Vermählung mit dem Edelmann seiner Wahl, Horwendil dem Jüten, einem bulligen Recken, der in jeder Weise geeignet war, wenn Jüten je geeignet sein konnten für die Ehe mit einer seeländischen Jungfrau, die geboren und erzogen worden war im königlichen Schloss zu Helsingör. "Ungehorsam gegen den König ist Verrat", ermahnte Rorik seine Tochter, auf deren zarthäutigen Wangen die Rosen des Trotzes und der Bedrängnis glüten. "Wenn die Schuldige die einzige Prinzessin des Königreichs ist", fuhr er fort, "wird der Frevel zum Vergehen am eigenen Blut."
...und so beginnt Seite 98.
[Das belustigte Spiel ihres Mun]des und ihrer Augen, die unbeschwerte Musik ihrer artigen Stimme, der flüchtige Anblick ihrer bloßen Füße und rosigen Morgenträgheit waren im Liebesnahrung genug; in diesem empfindlichen Stadium an mehr zu denken hätte ihn mit Widerwillen erfüllt. Mit der Liebe war es wie mit den Falken: am besten man ließ sie hungrig.
Fr, 26.05.06, 00:41 Uhr
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks


Trackback URL:
http://liljan98.twoday.net/stories/2070176/modTrackback