Gelesen: Rausch (John Griesemer, 2003)
abgelegt unter: MedialesIch hatte diesen Roman vor fast zwei Jahren schon auf Englisch gelesen und dabei aber leider trotz sehr guter Englischkenntnisse so einiges nicht verstanden. Wenn die Begriffe noch nicht mal im dicken Langenscheidts Wörterbuch stehen, ist das aber wohl auch nachvollziehbar. Jetzt hab ich ihn ein zweites Mal gelesen und er hat mir auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes grandiose Geschichte über die Entwicklung einiger Menschen in einer aufregenden Zeit. Wie sie sich kennenlernen, wie sie sich verändern und was die Ereignisse die sie verbinden mit ihnen machen. Zum Teil wirklich auch tragisch, aber letztendlich doch mit einem sehr versöhnlichen Ende.
So beginnt die Geschichte...
Isle of Dogs, November 1857
Nie zuvor war solch ein Schiff. Vom Marschland, wo es parallel zum Flussufer liegt, erhebt sich der Rumpf über die herandrängende Menge wie eine schwarze stählerne Klippe. Er bildet eine Mauer, die den Blick auf die Themse meilenweit, wie es scheint, verstellt. Die Masten sind noch nicht aufgerichtet, und so dehnt sich in den Augen derer, die an diesem feuchten, ungemütlichen Tag gekommen sind, einen Blick darauf zu werfen, das Schiff in seiner Länge schier ins Unendliche.
... und so beginnt Seite 98.
[....] schlecht. Er hatte Spudes Manuskript durchgelesen - die Rede, die Ansprache, was immer es sein mochte -, das er, Chester vor den Geldsäcken Großbritanniens zum Vortrag bringen sollte. Er hatte versucht, die Worte laut zu sprechen, aber er fühlte sich unwohl, wenn er seine eigene Stimme in diesem von der Sonne belagerten Zimmer erklingen hörte, und darum hatte er begonnen, auf und ab zu gehen. Vielleicht sollte er sich in ein Hinterzimmer zurückziehen; vielleicht sollte er den Text noch einmal leise lesen: vielleicht sollte er ihn überhaupt nicht lesen.
So beginnt die Geschichte...
Isle of Dogs, November 1857
Nie zuvor war solch ein Schiff. Vom Marschland, wo es parallel zum Flussufer liegt, erhebt sich der Rumpf über die herandrängende Menge wie eine schwarze stählerne Klippe. Er bildet eine Mauer, die den Blick auf die Themse meilenweit, wie es scheint, verstellt. Die Masten sind noch nicht aufgerichtet, und so dehnt sich in den Augen derer, die an diesem feuchten, ungemütlichen Tag gekommen sind, einen Blick darauf zu werfen, das Schiff in seiner Länge schier ins Unendliche.
... und so beginnt Seite 98.
[....] schlecht. Er hatte Spudes Manuskript durchgelesen - die Rede, die Ansprache, was immer es sein mochte -, das er, Chester vor den Geldsäcken Großbritanniens zum Vortrag bringen sollte. Er hatte versucht, die Worte laut zu sprechen, aber er fühlte sich unwohl, wenn er seine eigene Stimme in diesem von der Sonne belagerten Zimmer erklingen hörte, und darum hatte er begonnen, auf und ab zu gehen. Vielleicht sollte er sich in ein Hinterzimmer zurückziehen; vielleicht sollte er den Text noch einmal leise lesen: vielleicht sollte er ihn überhaupt nicht lesen.
So, 16.07.06, 21:19 Uhr
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Kommentare zu diesem Eintrag:
Michael (anonym) - Mo, 17.07.06, 12:09
Ich habe Signal & Noise damals auch im Orginal gelesen und ich fand es ehrlich gesagt etwas anstrengend. Vorallem der "spirituelle" Teil konnte mich überhaupt nicht begeistern. Der einzige Grund warum ich das Buch dann doch nicht weggelegt habe war, daß der historische Aspekt interessant genug gestaltet war. Generell bin ich nicht unbedingt ein Fan von übersinnlichen Geschichten, aber wenn sie so gut geschrieben sind wie bei Haruki Murakami kann auch ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
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