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21
Jul
2006

Gelesen: The Amateur Marriage (Anne Tyler, 2003)

abgelegt unter: Mediales

Das war mal wieder einer der Romane, wo ich zwischendurch nur gedacht habe: "Wow!" Dabei ist es eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte, die in dieser oder ähnlicher Form sicher millionenfach auf der Welt schon passiert ist. Zwei Menschen heiraten überstürzt, merken eigentlich schon bald, dass sie nicht zusammen passen, bleiben aber dennoch zusammen. Wegen der Kinder, wegen der ganzen äußeren Umstände und und und. Als Leser wundert man sich, dass sie es so lange miteinander aushalten, man sieht, was alles schief geht, wie es die ganze Familie beeinflusst. Eine ganz normale alltägliche Geschichte eben. Was dieses Buch aus der Normalität der Bücherwelt herausstehen läßt, ist in meinen Augen einfach, dass es ganz wunderbar erzählt ist. So als wäre man wirklich dabei. Zwischen den einzelnen Kapiteln liegen immer mehrere Jahre und sie werden auch immer aus unterschiedlichen Erzähl-Perspektiven erzählt, was ich eine klasse Idee fand, denn so merkt man erst mal, wen dieses Drama in welcher Weise beeinflusst. Wirklich großartiges Buch. Ich war begeistert.
So beginnt die Geschichte ...

Anyone in the neighborhood could tell you how Michael and Pauline first met.
It happened on a Monday afternoon early in December of 1941. St. Cassian was its usual poky self that day – a street of narrow East Baltimore row houses, carefully kept little homes intermingled with shops no bigger than small parlors. The Golka twins, identically kerchiefed, compared cake rouges through the window of Sweda's Drugs. Mrs Pozniak stepped out of the hardware store with a tiny brown paper bag that jingled. Mr. Kostka's Model-B Ford puttered past, followed by a stranger's sleekly swishing Chrysler Airstream and then bei Ernie Moskowicz on the butcher's battered delivery bike.

... und so beginnt Seite 98.

Lindy said, "This is not the way to go home!"
Pauline didn't answer. (She was constantly surprised by Lindy's disconcerting awareness. Neither of the other two gave her that sense she was under a microscope.)
"Why are we taking this street, Mama?"
"I thought you might like the change of scenery," Pauline told her.
"I don't care about the scenery! I want to go home. I want my lunch."

Kommentare zu diesem Eintrag:

Bina (anonym) - Fr, 21.07.06, 15:11
Ich habe das Buch auch vor zwei oder drei Wochen gelesen - allerdings nur zu einem Drittel, wie ich gestehen muss. Dabei fand ich es auch sprachlich sehr gut und vor allem toll erzählt. Der Schreibstil fängt perfekt die Atmosphäre dieser Zeit ein.
Ich werde es auch bei Gelegenheit nochmal lesen, wahrscheinlich war es einfach das falsche Buch, wenn man mitten in Prüfungsvorbereitungen steckt. Ein Buch, das zum Grübeln anregt, und darauf muss ich mich dann auch richtig einlassen können.

Übrigens eins der wenigen Bücher, die ich mir irgendwann mal auf "Drängen" der Kunden zugelegt habe. Aber nachdem ich so oft gehört hatte, wie toll es sein soll, war ich dann auch neugierig...
liljan98 - Fr, 21.07.06, 17:43
Ist ja witzig, dass du es auch vor kurzem gelesen bzw. angefangen hast. Es ist aber in der Tat ein Buch, über das man ein bisschen nachdenkt und dass einen auch nicht unbedingt in eine lockere, entspannte, gut gelaunte Stimmung versetzt. Also wirklich nichts für Zeiten, in denen man den Kopf eigentlich gar nicht frei hat für so was. Aber zu allen anderen Zeiten wirklich empfehlenswert.

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