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13
Okt
2006

Gelesen: Der König der purpurnen Stadt (Rebecca Gablé, 2001)

abgelegt unter: Mediales

Die ersten beiden historischen Romane von Rebecca Gablé (Das Lächeln der Fortuna, Das zweite Königreich) hab ich sehr gerne gelesen. Nicht zu tiefsinnig, aber auch nicht zu oberflächlich. Die Story zwar doch immer irgendwie ähnlich, die Charaktere aber doch nicht nur so schablonenhaft schwarz/weiß. Schöne Unterhaltungsliteratur eben.
Diese Geschichte war von der Grundidee her auch sehr interessant, weil es nicht (nur) um Adelige geht, sondern vor allem um den Aufstieg eines jungen Kaufmanns und die ganzen Beschreibungen und Erklärungen der Gilden und Zünfte und des städtischen Lebens in London zu der Zeit waren schon ganz interessant. Aber leider waren die Figuren diesmal alle nicht so mein Fall. Die Hauptperson war mir nicht sonderlich sympathisch, ich hab mich für sein Schicksal nicht so wirklich interessiert und leider konnten auch alle anderen nicht so wirklich mein Herz gewinnen. Und dann kam leider noch hinzu, dass sich die Geschichte in so einige Handlungsstränge verzettelt, die dann aber nicht ordentlich zu Ende erzählt werden und man sich dann schon fragt, warum sie überhaupt erwähnt werden. Ich weiß auch nicht... irgendwie war es alles nicht so doll, aber ich könnte gar nicht konkreter den Finger drauf legen, was mich so gestört hat.
So beginnt die Geschichte...

Nottingham Castle, Oktober 1330

"Das sieht dem Bengel ähnlich", knurrte Richard de Bury. "Wo bleibt der nur?"
Der alternde Gelehrte zog seinen feinen Wollmantel fester um sich und warf einen nervösen Blick zur schwarzen Burgmauer hinauf, an deren Fuß der kalte Herbstwind besonders schneidend zu pfeifen schien.
"Er wird schon kommen", sagte William Montagu, beschwichtigend. Er ging ein paar Schritte auf und ab, um sich warm zu halten.
"Herrgott, steht doch um Himmels willen still, Montagu, Euer Scheppern weckt ja die Toten auf."
Montagu unterdrückte ein Seufzen und trat wieder zu ihm. "Ihr meckert wie ein altes Weib, Doktor. Niemand dort oben kann meine Rüstung hören bei dem Wind. Außerdem stehen die Wachen auf der Ostseite."

...und so beginnt Seite 98.

[... hatte Vater] Gilbert ihm eröffnet. "Meiner Fürsprache könntest du sicher sein."
"Ist das wahr?"
"Ich sehe nichts, was dagegen sprechen sollte. Freilich muss auch Rupert seine Zustimmung geben."
"Darauf kann ich lange warten, Vater", hatte Jonah seufzend erwidert.
"Da wäre ich nicht so sicher. Die entscheidende Frage ist vielleicht nur, was dir Ruperts Einwilligung wert ist. Du bist ein wohlhabender Mann, Jonah. Und dein Vetter hat Schulden."
Jonah war nicht sonderlich überrascht. Er hatte schon lange gewusst, dass Rupert kein sehr geschickter Kaufmann war.
"Was wäre geschehen, wenn ich Euch den Ring nicht gebracht hätte?", fragte er neugierig. "Für diesen Fall gab es doch ein zweites Testament, nicht wahr? Hätte Rupert dann alles bekommen?"


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