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24
Feb
2007

Gelesen: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand (Jonathan Stroud, 2003)

abgelegt unter: Mediales

Für mich war es quasi ein Geheimtipp, weil ich von dieser Reihe vorher noch gar nichts gehört hatte. Was daran liegen mag, dass die Bücher in der Jugendbuch - Abteilung zu finden sind, aber auch als Erwachsener dürfte man daran seinen Spaß haben. Ich zumindest hatte ihn. Es ist die Geschichte des Dschinns Bartimäus, der von dem Zauberlehrling Nathanael beschworen wird, ihm dabei zu helfen, sich an dem großen Zauberer Lovelace zu rächen, der Nathanael vor aller Augen gekränkt hat. Die Geschichte spielt - ähnlich wie Harry Potter - im London der heutigen Zeit, wobei es sich doch um eine etwas alternative - weil eben von Zauberern bestimmte Welt und Gesellschaft - handelt.
Wie Nathaneal sich rächen will, was bei dem Plan alles schief läuft, welchen finsteren Machenschaften Lovelace plant, möchte ich hier nicht verraten, aber das Buch ist wirklich sehr spannend und unterhaltsam. Unterhaltsam vor allem, weil es zum Teil aus Bartimäus Sicht erzählt ist und dieser die Geschehnisse sehr lustig, ironisch kommentiert. Zum Teil auch in Fußnoten, was ich als stilistisches Mittel einfach auch sehr gelungen finde.
Und was mir auch gut gefallen hat, war, dass die beiden Protagonisten: der Zauberschüler und sein Dschinn nicht unbedingt die sympathischsten Helden sind. Eher im Gegenteil, sie sind beide sehr von sich überzeugt, hitzköpfig, leichtsinnig und stur. Auf den ersten Blick also nicht die klassischen Superhelden, aber man mag sie dennoch sehr schnell. Ich zumindest mochte sie - trotz oder gerade wegen ihrer Fehler.

Im April erscheint Band 2 der Trilogie auch als Taschenbuch und wird dann sicher auch ganz schnell den Weg in mein RUB finden.
So beginnt die Geschichte...

Die Temperatur im Zimmer sank rasch. Eis bildete sich auf den Vorhängen und überzog die Deckenlampen mit einer dicken Kruste. Die Glühfäden sämtlicher Birnen schnurrten zusammen und verglommen, und die Kerzen, die wie eine Kolonie Giftpilze aus jeder freien Ecke sprossen, erloschen. Das abgedunkelte Zimmer füllte sich mit einer stickigen gelben Schwefelwolke, in der verschwommene schwarze Schatten wühlten und waberten, und von weit her erklang ein vielstimmiger Schrei. Plötzlich drückte etwas gegen die Tür, die hinaus zur Treppe führte. Das ächzende Gebälk wölbte sich. Unsichtbare Füße patschen über die Dielen und unsichtbare Lippen zischelten Niederträchtigkeiten hinter dem Bett und unter dem Schreibtisch hervor.
...und so beginnt Seite 98:

[... auf der] Flucht. Du kannst froh sein, dass ich nicht ganz untergetaucht bin."
"Hat dich jemand verfolgt?" Er hörte sich fast erfreut an. Du liegst ja so was von daneben, mein Junge - ich an deiner Stelle hätte die Hosen gestrichen voll.
"Alle höllischen Horden Londons waren hinter mir her." Ich rollte die Steinaugen und klapperte mit dem gekrümmten Schnabel. "Keine falschen Hoffnungen, mein Junge, sind sind gelbäugig und gierig im Anmarsch und haben es auf dich abgesehen. Gegen sie kannst du nichts ausrichten. Du hast nur eine einzige Chance: Befreie mich aus diesem Kreis, und ich helfe dir, ihren Klauen zu entrinnen. "
"Du hältst mich wohl für blöd?'"

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