Gelesen: Am Beispiel meines Bruders (Uwe Timm, 2003)
abgelegt unter: Mediales"Eine typische deutsche Nachkriegsgeschichte" schrieb die FAZ wohl über dieses Buch und das kann ich nur unterschreiben. Die autobiografische Geschichte einer Familie, deren ältester Sohn im 2. Weltkrieg in Rußland ums Leben kommt. Es ist erzählt aus Sicht des viel jüngeren Sohns und es ist irgendwie schon bedrückend zu sehen, so direkt zu sehen, wie dieser Tod, aber auch all die anderen Geschehnisse dieser Zeit eine Familie verändern. Diese Veränderung passiert natürlich nicht bewusst und wird vielleicht auch erst in der Rückschau deutlich, was es aber nicht weniger bedrückend macht.
So beginnt die Geschichte...
Erhoben werden - Lachen, Jubeln, eine unbändige Freude - die Empfindung begleitet die Erinnerung an ein Erlebnis, ein Bild, das erste, das sich mir eingeprägt hat, mit ihm beginnt für mich das Wissen von mir selbst, das Gedächtnis: Ich komme aus dem Garten in die Küche, wo die Erwachsenen stehen, meine Mutter, ein Vater, meine Schwester. Sie stehen da und sehen mich an. Sie werden etwas gesagt haben, woran ich mich nicht mehr erinnere, vielleicht: Schau mal, oder sie werden gefragt haben: Siehst du etwas? Und sie werden zu dem weißen Schrank geblickt haben, von dem mir später erzählt wurde, es sei ein Besenschrank gewesen.
...und so beginnt Seite 98:
[....] Un-schuld verloren hat. Wie auch all die Abkürzungen, einige sind wie ien Brandmal der deutschen Sprache aufgedrückt und bleiben unvergessen: SS, SD, SA. Andere Abkürzungen sind inzwischen nur noch über spezielle Lexika zu ermitteln: RFSS, OBH, RuSHA - Wortverfinsterungen, die weit in die Nachkriegszeit hineinreichen.
Last.fm spielt: Homecoming - Green Day
So beginnt die Geschichte...
Erhoben werden - Lachen, Jubeln, eine unbändige Freude - die Empfindung begleitet die Erinnerung an ein Erlebnis, ein Bild, das erste, das sich mir eingeprägt hat, mit ihm beginnt für mich das Wissen von mir selbst, das Gedächtnis: Ich komme aus dem Garten in die Küche, wo die Erwachsenen stehen, meine Mutter, ein Vater, meine Schwester. Sie stehen da und sehen mich an. Sie werden etwas gesagt haben, woran ich mich nicht mehr erinnere, vielleicht: Schau mal, oder sie werden gefragt haben: Siehst du etwas? Und sie werden zu dem weißen Schrank geblickt haben, von dem mir später erzählt wurde, es sei ein Besenschrank gewesen.
...und so beginnt Seite 98:
[....] Un-schuld verloren hat. Wie auch all die Abkürzungen, einige sind wie ien Brandmal der deutschen Sprache aufgedrückt und bleiben unvergessen: SS, SD, SA. Andere Abkürzungen sind inzwischen nur noch über spezielle Lexika zu ermitteln: RFSS, OBH, RuSHA - Wortverfinsterungen, die weit in die Nachkriegszeit hineinreichen.
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So, 18.03.07, 00:49 Uhr
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