Gelesen: On Beauty (Zadie Smith, 2005)
abgelegt unter: MedialesIch hatte schon einige Lobeshymne über Zadie Smith gehört oder gelesen und als mich vor einigen Monaten in der Bahnhofs-Buchhandlung in Essen "On Beauty" anlachte, hab ich es dann doch mal mitgenommen. Und nun endlich auch gelesen. [Kann es ein, dass ich schon diverse Literatur-Einträge damit gestartet habe zu erklären wann und wo ich das Buch gekauft habe?]
Diese Geschichte um zwei - seit Jahrzehnten verfeindete - Professoren an einem College an der amerikanischen Ostküste und noch viel mehr um ihrer Familien, die nach und nach auf unterschiedlichste Weise miteinander in Kontakt kommen, hat mich wahnsinnig schnell in ihren Bann gezogen. Zum einen wegen der sympathischen und wirklich aus dem Leben gegriffenen Familie Belsey, die auch eine etwas größeren Raum einnimmt als die Familie Kipps. Die Mitglieder der Familie Belsey sind sehr unterschiedlich, aber alle auf ihre - manchmal auch anstregende und ungerechte - Art einfach doch liebenswert. Letzendlich sogar das Familienoberhaupt Howard, obwohl der nun wirklich mehrfach ziemlich großen Mist baut, ich hab ihm immer gewünscht, dass er doch irgendwie noch die Kurve kriegt.
Zum anderen hat mich beeindruckt, wie Zadie Smith es schafft ein sehr klares Bild zu zeichnen, was das Äußere, also die Umgebung und so etwas angeht, aber auch was das Innenleben der Figuren betrifft und wie sie die Erzählung aufgebaut hat bzw. wie sie es schafft die verschiedenen Geschichten parallel zu erzählen und dennoch nie den Faden zu verlieren. Und nicht zuletzt - eigentlich müsste es vielleicht fast sogar an erster Stelle der Lobpreisung stehen - war ich begeistert von Smith's Sprache und Erzählstil. Kapitel-Einstiege wie der folgende sind aber doch einfach nicht mehr zu toppen, oder?
Summer left Wellington abruptly and slammed the door on the way out. The shudder sent the leaves to the ground all at once [....]
Definitiv das beste Buch, welches ich in den letzten Monaten gelesen habe! Smith' Debüt "White Teeth" steht nun auch schon bei mir im Regal, ihr zweites Buch (dessen Handlung mich auch nicht ganz so reizt) soll nicht ganz so gut sein wie das erste oder dieses dritte.
So beginnt die Geschichte...
One may as well begin with Jerome's e-mails to his father:
To: HowardBelsey@fas.Wellington.edu
From: Jeromeabroad@easymail.com
Date: 5 November
Subject:
Hey Dad - basically I'm just going to keep on keeping on with these mails - I'm no longer expecting you to reply, but I'm still hoping you will, if that makes sense.
Well, I'm really enjoying everything. I work in Monty Kipps's own office (did you know that he's actually Sir Monty??), which is in the Green Park Area. It's me and a Cornish girl named Emily. She's cool. There're also three more yank interns downstairs (one from Boston!), so I fell pretty much at home.
und so beginnt Seite 98:
[.... ]lecturer of only twenty-eight must assume his ambitions of becoming an assistant professor. Well, good for him. Kiki took a lighter from the kitchen drawer and began to kindle her tealights wherever she found them. This should all have been done already. The quiches had not been heated. And where were the children? An appreciative rumble of Howard's laughter reached her. And now he and the boy swapped roles - now it was Howard doing the talking and Christian following every syllable like a pilgrim. The younger man looked modestly to the floor, in response, Kiki assumed, to some piece of flattery of her husband's.
Musik:Butterfly Boucher - Life Is Short
Diese Geschichte um zwei - seit Jahrzehnten verfeindete - Professoren an einem College an der amerikanischen Ostküste und noch viel mehr um ihrer Familien, die nach und nach auf unterschiedlichste Weise miteinander in Kontakt kommen, hat mich wahnsinnig schnell in ihren Bann gezogen. Zum einen wegen der sympathischen und wirklich aus dem Leben gegriffenen Familie Belsey, die auch eine etwas größeren Raum einnimmt als die Familie Kipps. Die Mitglieder der Familie Belsey sind sehr unterschiedlich, aber alle auf ihre - manchmal auch anstregende und ungerechte - Art einfach doch liebenswert. Letzendlich sogar das Familienoberhaupt Howard, obwohl der nun wirklich mehrfach ziemlich großen Mist baut, ich hab ihm immer gewünscht, dass er doch irgendwie noch die Kurve kriegt.
Zum anderen hat mich beeindruckt, wie Zadie Smith es schafft ein sehr klares Bild zu zeichnen, was das Äußere, also die Umgebung und so etwas angeht, aber auch was das Innenleben der Figuren betrifft und wie sie die Erzählung aufgebaut hat bzw. wie sie es schafft die verschiedenen Geschichten parallel zu erzählen und dennoch nie den Faden zu verlieren. Und nicht zuletzt - eigentlich müsste es vielleicht fast sogar an erster Stelle der Lobpreisung stehen - war ich begeistert von Smith's Sprache und Erzählstil. Kapitel-Einstiege wie der folgende sind aber doch einfach nicht mehr zu toppen, oder?
Summer left Wellington abruptly and slammed the door on the way out. The shudder sent the leaves to the ground all at once [....]
Definitiv das beste Buch, welches ich in den letzten Monaten gelesen habe! Smith' Debüt "White Teeth" steht nun auch schon bei mir im Regal, ihr zweites Buch (dessen Handlung mich auch nicht ganz so reizt) soll nicht ganz so gut sein wie das erste oder dieses dritte.
So beginnt die Geschichte...
One may as well begin with Jerome's e-mails to his father:
To: HowardBelsey@fas.Wellington.edu
From: Jeromeabroad@easymail.com
Date: 5 November
Subject:
Hey Dad - basically I'm just going to keep on keeping on with these mails - I'm no longer expecting you to reply, but I'm still hoping you will, if that makes sense.
Well, I'm really enjoying everything. I work in Monty Kipps's own office (did you know that he's actually Sir Monty??), which is in the Green Park Area. It's me and a Cornish girl named Emily. She's cool. There're also three more yank interns downstairs (one from Boston!), so I fell pretty much at home.
und so beginnt Seite 98:
[.... ]lecturer of only twenty-eight must assume his ambitions of becoming an assistant professor. Well, good for him. Kiki took a lighter from the kitchen drawer and began to kindle her tealights wherever she found them. This should all have been done already. The quiches had not been heated. And where were the children? An appreciative rumble of Howard's laughter reached her. And now he and the boy swapped roles - now it was Howard doing the talking and Christian following every syllable like a pilgrim. The younger man looked modestly to the floor, in response, Kiki assumed, to some piece of flattery of her husband's.
Musik:Butterfly Boucher - Life Is Short
So, 22.04.07, 22:25 Uhr
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks



Trackback URL:
http://liljan98.twoday.net/stories/3644424/modTrackback