Gelesen: Glennkill (Leonie Swann, 2005)
abgelegt unter: MedialesDas war nun eins der Bücher, die mich etwas zwiespältig zurückgelassen haben. Die Idee einen Kriminalroman aus Sicht einer Schafherde zu schreiben finde ich nach wie vor ziemlich genial. Und die ganzen Schaf-Eigenheiten und Erlebnisse sind wirklich hinreißend beschrieben. Die eigentliche Krimi-Handlung geriet dabei dann aber für mich zu sehr in den Hintergrund. Ich hab dem allen irgendwie nicht so ganz folgen können, was aber auch daran gelegen haben mag, dass ich das Buch zwischendurch doch immer wieder mal für einen Tag oder länger aus der Hand gelegt habe und somit den roten Faden gedanklich erst wieder finden musste. Wie gesagt: zwiegespalten. Aber die vielen, kleinen, netten, ungewöhnlichen Schaf-Szenen lassen mich diese Geschichte doch in guter Erinnerung behalten.
So geht die Geschichte los...
"Gestern war er noch gesund", sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.
"Das sagt gar nichts", entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben, Spaten sind keine Krankheit."
Der Schäfer lag neben dem Heuschuppen unweit des Feldweges im grünen irischen Gras und rührte sich nicht. Eine einzelne Krähe hatte sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen und äugt mit professionellem Interesse in sein Innenleben. Neben ihm saß ein sehr zufriedenes Kaninchen. Etwas entfernter, nahe der Steilküste, tagte die Konferenz der Schafe.
...und so beginnt Seite 98.
[Uner]hörtes. Aber Willow hatte nur deshalb bisher nichts gegen Heide gesagt, weil sie überhaupt nicht sprach. Zumindest behaupteten das die gewitzteren Schafe, Willow war das zweitschweigsamste Schaf der Herde. Das letzte Mal hatte sie kurz nach Heides Geburt gesprochen, eine nebensächliche und unverhältnismäßig pessimistische Bemerkung über das Wetter. Kein Schaf war traurig darüber, dass Willow nicht zu den gesprächigen Schafen gehörte. Es hieß, sie habe in ihrer Jugend ein ganzes Beet Sauerampfer abgegrast. Anders wäre ihre notorisch schlechte Laune nicht zu erklären. Aber diesmal hatte sie nicht übertrieben.
So geht die Geschichte los...
"Gestern war er noch gesund", sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.
"Das sagt gar nichts", entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben, Spaten sind keine Krankheit."
Der Schäfer lag neben dem Heuschuppen unweit des Feldweges im grünen irischen Gras und rührte sich nicht. Eine einzelne Krähe hatte sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen und äugt mit professionellem Interesse in sein Innenleben. Neben ihm saß ein sehr zufriedenes Kaninchen. Etwas entfernter, nahe der Steilküste, tagte die Konferenz der Schafe.
...und so beginnt Seite 98.
[Uner]hörtes. Aber Willow hatte nur deshalb bisher nichts gegen Heide gesagt, weil sie überhaupt nicht sprach. Zumindest behaupteten das die gewitzteren Schafe, Willow war das zweitschweigsamste Schaf der Herde. Das letzte Mal hatte sie kurz nach Heides Geburt gesprochen, eine nebensächliche und unverhältnismäßig pessimistische Bemerkung über das Wetter. Kein Schaf war traurig darüber, dass Willow nicht zu den gesprächigen Schafen gehörte. Es hieß, sie habe in ihrer Jugend ein ganzes Beet Sauerampfer abgegrast. Anders wäre ihre notorisch schlechte Laune nicht zu erklären. Aber diesmal hatte sie nicht übertrieben.
Mo, 06.08.07, 10:51 Uhr
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