Gelesen: Der, die, was? Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth (David Bergmann, 2007)
abgelegt unter: MedialesAlles in allem war das Buch über die Tücken der deutschen Sprache aus Sicht eines US-Amerikaners eigentlich ganz unterhaltsam zu lesen. Mir wurde erst mal wieder bewusst wie kompliziert unsere Sprache in mancher Hinsicht doch ist. Aussprache, Beugung, Reflexion und so weiter. Lustig fand ich auch die Hinweise darauf, welche Formulierungen eigentlich nur übersetzte englische Formulieren waren oder sind, die aber inzwischen fest in den deutschen Sprachgebrauch übergangen sind. Und besonders schön fand ich natürlich auch das Kapitel über "Denglisch" oder wie er es nennt "Doinglisch", weil Denglisch noch zu positiv klingt.
Ein bisschen gestört hat mich bei diesem Buch - ähnlich wie bei den letzten Werken von Bastian Sick - dass die Erzählung der ganzen Sprach-Anekdoten zum Teil doch sehr angestrengt und konstruiert wird. Aber vermutlich kann man ein solches Buch über Sprache auch nicht anders schreiben, wenn es noch einigermaßen unterhaltsam bleiben soll. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das besser formulieren soll, aber irgendwie war es mir halt manchmal doch ein bisschen zu platt. Aber dennoch alles in allem lesenwert.
So beginnt die Geschichte...
Eine Woche lang kam ich mir "hasenclever" vor. Ich hatte ein neues deutsches Wort gelernt. Fast ein Jahr nach meinem Umzug von Chicago nach Deutschland sah ich eines Tages eine Straße in Hamburg, die Hasencleverstraße hieß. Das Wort "bienenfleißig" war schon vorher eines von meinen Lieblingswörtern, aber "hasenclever" fand ich noch viel schöner - fast so hübsch wie "dufte Biene". In den Tagen danach benutzte ich voller Begeisterung so oft wie möglich mein neues Wort. Alles, was ich mehr als nur clever fand, bezeichnete ich nunmehr als hasenclever. Die Reaktionen meiner einheimischen Mitmenschen darauf waren sehr unterschiedlich: Einige schienen gar nichts Ungewöhnliches zu bemerken, anderen haben lediglich leicht irritiert gelächelt und genickt. Nur eine einige Frau gestand mir etwas skeptisch: "Ich wusste nicht, dass Hasen besonders clever sind." Aber ich ließ mich nicht davon irritieren; ich hatte das Gefühl, zu den intelektuellen Tieren zu gehören.
...und so beginnt Seite 98:
[....] aber überhaupt nicht zu stören, wohl da sie damit aufgewachsen sind. Für mich war dies jedoch eine gewaltige Umstellung, denn schließlich werden die wenigen in den USA gezeigten fremdsprachlichen Filme mit Untertiteln versehen. Die bemerkenswertesten Ausnahmen hiervon waren die Kung-Fu- und Godzilla-Filme der siebziger Jahre, welche mich und meine Klassenkameraden allerdings auch gehörig irritierten - nicht nur weil die Lippenbewegungen gar nicht zu den Stimmen passten, sondern auch wegen Godzillas etwas ungewöhnlicher Monsterweltherrschaftsstrategie. Wieso er immer wieder Tokio angriff, während alle anderen böswilligen Ungetüme New York im Visier hatten, war für uns einfach unerklärlich.
Ein bisschen gestört hat mich bei diesem Buch - ähnlich wie bei den letzten Werken von Bastian Sick - dass die Erzählung der ganzen Sprach-Anekdoten zum Teil doch sehr angestrengt und konstruiert wird. Aber vermutlich kann man ein solches Buch über Sprache auch nicht anders schreiben, wenn es noch einigermaßen unterhaltsam bleiben soll. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das besser formulieren soll, aber irgendwie war es mir halt manchmal doch ein bisschen zu platt. Aber dennoch alles in allem lesenwert.
So beginnt die Geschichte...
Eine Woche lang kam ich mir "hasenclever" vor. Ich hatte ein neues deutsches Wort gelernt. Fast ein Jahr nach meinem Umzug von Chicago nach Deutschland sah ich eines Tages eine Straße in Hamburg, die Hasencleverstraße hieß. Das Wort "bienenfleißig" war schon vorher eines von meinen Lieblingswörtern, aber "hasenclever" fand ich noch viel schöner - fast so hübsch wie "dufte Biene". In den Tagen danach benutzte ich voller Begeisterung so oft wie möglich mein neues Wort. Alles, was ich mehr als nur clever fand, bezeichnete ich nunmehr als hasenclever. Die Reaktionen meiner einheimischen Mitmenschen darauf waren sehr unterschiedlich: Einige schienen gar nichts Ungewöhnliches zu bemerken, anderen haben lediglich leicht irritiert gelächelt und genickt. Nur eine einige Frau gestand mir etwas skeptisch: "Ich wusste nicht, dass Hasen besonders clever sind." Aber ich ließ mich nicht davon irritieren; ich hatte das Gefühl, zu den intelektuellen Tieren zu gehören.
...und so beginnt Seite 98:
[....] aber überhaupt nicht zu stören, wohl da sie damit aufgewachsen sind. Für mich war dies jedoch eine gewaltige Umstellung, denn schließlich werden die wenigen in den USA gezeigten fremdsprachlichen Filme mit Untertiteln versehen. Die bemerkenswertesten Ausnahmen hiervon waren die Kung-Fu- und Godzilla-Filme der siebziger Jahre, welche mich und meine Klassenkameraden allerdings auch gehörig irritierten - nicht nur weil die Lippenbewegungen gar nicht zu den Stimmen passten, sondern auch wegen Godzillas etwas ungewöhnlicher Monsterweltherrschaftsstrategie. Wieso er immer wieder Tokio angriff, während alle anderen böswilligen Ungetüme New York im Visier hatten, war für uns einfach unerklärlich.
Fr, 19.10.07, 21:23 Uhr
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