Angela Merkel und der Dreißigjährige Krieg
abgelegt unter: Politik & GesellschaftIn der aktuellen Print-Ausgabe des SPIEGEL sind zwei sehr lesenswerte Artikel / Portraits über Gerhard Schröder und Angela Merkel. Ich hab sie beide mit großem Interesse gelesen, fand sie auch beide sehr gut, weil sie doch ein bisschen mehr die Menschen hinter den Politikern beschreiben. Und eins der Probleme von Angela Merkel sehr genau auf den Punkt bringt.
Im Gegensatz zu Schröder stellt sie doch eher die Sachthemen in den Vordergrund und nicht ihre eigene Person. Die Medien sind aber gerade in den letzten Jahren durch Schröder / Fischer / Westerwelle angefixt, die Personen in den Vordergrund zu stellen. Und in diesem Spiel hat sie einfach die schlechteren Karten. Traurig, aber wahr. Und dass es aber wohl auch leider für sie nach hinten losgehen kann oder wird, wenn sie sich nun doch zu sehr auf dieses Spiel einläßt. Da glaube ich auch sofort. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich unsere Frau Bundeskanzlerin (und dazu wird es ja kommen, seien wir ehrlich) dann in den nächsten Monaten so schlägt.
Sehr schön, weil ausgewogen betrachtet und wohl auch zutreffend fande ich aber vor allem folgenden Absatz
Merkel hat ein starkes Bedürfnis sich abzusichern. Wenn sie redet, sucht sie Augenkontakt zu Leuten, von denen sie Zustimmung erhofft. Sie will nicht alleine bleiben, aber man lässt sie gerne allein. Auf die Frage, wie sie mit dem Zustand ständiger Anfechtungen leben kann, sagt sie: indem sie ihn als natürlichen Zustand betrachte. So ähnlich hat es vielleicht ein 30-jähriger gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges gesehen: Kriegt ist ein Normalzustand, ist immer da, die Normalität. Wobei Merkel in ihrem Krieg nicht zu den Opfern zählt, sondern zu den Kombattanten und eher zu denen, die nicht mit der Genfer Konvention unter dem Kopfkissen schlafen.
Im Gegensatz zu Schröder stellt sie doch eher die Sachthemen in den Vordergrund und nicht ihre eigene Person. Die Medien sind aber gerade in den letzten Jahren durch Schröder / Fischer / Westerwelle angefixt, die Personen in den Vordergrund zu stellen. Und in diesem Spiel hat sie einfach die schlechteren Karten. Traurig, aber wahr. Und dass es aber wohl auch leider für sie nach hinten losgehen kann oder wird, wenn sie sich nun doch zu sehr auf dieses Spiel einläßt. Da glaube ich auch sofort. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich unsere Frau Bundeskanzlerin (und dazu wird es ja kommen, seien wir ehrlich) dann in den nächsten Monaten so schlägt.
Sehr schön, weil ausgewogen betrachtet und wohl auch zutreffend fande ich aber vor allem folgenden Absatz
Merkel hat ein starkes Bedürfnis sich abzusichern. Wenn sie redet, sucht sie Augenkontakt zu Leuten, von denen sie Zustimmung erhofft. Sie will nicht alleine bleiben, aber man lässt sie gerne allein. Auf die Frage, wie sie mit dem Zustand ständiger Anfechtungen leben kann, sagt sie: indem sie ihn als natürlichen Zustand betrachte. So ähnlich hat es vielleicht ein 30-jähriger gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges gesehen: Kriegt ist ein Normalzustand, ist immer da, die Normalität. Wobei Merkel in ihrem Krieg nicht zu den Opfern zählt, sondern zu den Kombattanten und eher zu denen, die nicht mit der Genfer Konvention unter dem Kopfkissen schlafen.
Mi, 07.09.05, 14:28 Uhr
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